
- EU-Kommission bezahlt sinnlose Studie -
Freitag, 05. Dezember 2008
EuBV_Presse_Nonbanks_de.pdf14.7 K
Die Europäische Kommission hat am 2. Dezember 2008 eine Studie zu nicht-einlagenbasierten Hypothekarkreditanbietern veröffentlicht. Der Auftrag an die britische Unternehmensberatung London Economics lautete, aufzuzeigen, welche Hindernisse grenzüberschreitenden Geschäften solcher „Non-Banks“ entgegenstehen würden.
Für den Europäischen Bausparkassenverband ist die Studie „eine reine Verschwendung von Steuergeldern“. Die Non-Banks hätten bei der Entwicklung des Subprime-Marktes eine unrühmliche Rolle gespielt, erklärte der Geschäftsführende Direktor, Andreas J. Zehnder.
Die Überlegung, einen Europäischen Pass für solche Unternehmen einzuführen, sei völlig unverständlich. „Eine britische Non-Bank könnte damit Kredite nach den Regeln ihres Heimatlandes vergeben und bestehende nationale Bankaufsichtsregeln für Kreditinstitute umgehen“, erklärte Zehnder. Es passe wie die Faust aufs Auge, wenn die Europäische Kommission einerseits Rettungspakete in Milliardenhöhe und die Erhöhung der Einlagensicherung vorschlage und andererseits erneut mit einem System sympathisiere, das die Finanzwirtschaft an den Rand des Abgrunds gebracht habe.
Selbst die Unternehmensberater würden in dieser Studie erkennen, dass die meisten der befragten nicht-einlagenbasierten Institute in Großbritannien und Irland mittlerweile entweder nicht mehr existent seien oder keine Kredite vergeben könnten. Zehnder: „Dass die Europäische Kommission mit Steuergeldern teure Gutachten zu einem absterbenden Markt erstellen lässt, ist eigentlich ein Fall für den Rechnungshof. Brüssel muss endlich realisieren, dass die amerikanische und britische Wohnungsbaufinanzierung nicht zum Vorbild für Europa taugen“.
Nicht erklärbar sei überdies, warum die Europäische Kommission ausgerechnet wieder London Economics mit einer Studie beauftragt habe. Diese Unternehmensberater hätten sich in ihrer letzten Studie zur Integration der EU Hypothekarkreditmärkte gerade für die Einführung eines Subprime-Marktes in Europa ausgesprochen und damit eigentlich disqualifiziert. Nur die Subprime-Krise selbst konnte die Realisierung der Empfehlungen verhindern. Die Kosten für den Steuerzahler: Viele Hundert Milliarden Euro.
Alexander Nothaft
Leiter Kommunikation
Tel.: 030-590091-523
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