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Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

KANTAR TNS (vormals: TNS Deutschland GmbH)  fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten.
Die Ergebnisse der 60. Umfrage im Juni 2017 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern wurden folgende Fragen gestellt:

  • Wie ist das bei Ihnen, sparen Sie derzeit für einen bestimmten Zweck?
  • Zu welchem Zweck?
  • Werden Sie in den nächsten Monaten mehr, weniger oder etwa gleich viel sparen?
  • Wie wollen Sie zukünftig Ihr Geld anlegen?

1.   Sparer/Nichtsparer

Zur Mitte des Jahres 2017 sparen 44,0 Prozent der Deutschen für einen bestimmen Zweck. Der Anteil liegt mit fünf Prozentpunkten deutlich unter dem Wert aus der vergangenen Märzbefragung.

In den letzten drei Jahren zeigte sich der Anteil der Sparer zur Jahresmitte jeweils schwächer als zu Jahresbeginn, so auch im Sommer 2017.

2. Sparziele

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Sparziele 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14
Altersvorsorge: 57,8 57,7 53,5 56,1 59,0 59,8 54,7 61,0 61,051,0
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
53,9 60,6 57,1 55,9 60,6 53,0 55,8 65,0 58,6 56,1
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum: 46,0 42,3 38,7 44,3 43,4 44,4 42,8 47,6 53,9 46,2
Kapitalanlage: 26,6 28,5 26,3 26,4 28,0 30,3 32,0 29,8 32,1 30,7
Notgroschen/Reserve: 3,3 3,4 4,0 6,9 4,6 4,1 4,2 5,1 6,5 5,4
Ausbildung der Kinder: 3,2 2,9 3,0 3,9 4,9 3,9 4,3 5,7 3,8 3,2
Sonstiges: 5,2 5,0 5,7 5,6 4,7 5,6 6,1 6,5 8,0 7,1

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 Prozent, d. h., es wurden teilweise mehrere Sparziele angegeben.) 

Das Sparmotiv „Altersvorsorge“ führt zur Jahresmitte 2017 die Rangfolge der Sparzwecke bei den Bundesbürgern an (57,8 Prozent der Nennungen). Auf Platz 2 der Sparzwecke folgt der „Konsum“ mit einem Rückgang von -6,7 Prozentpunkten und aktuell 53,9 Prozent der Nennungen.

Gewinner der aktuellen Erhebung bei den Begründungen für das Sparen ist das „Wohneigentum“, welches als einziges Motiv in der Gunst der Bundesbürger zulegen kann und aktuell 46,0 Prozent der Nennungen erhält (+3,7 Prozentpunkte). Nachdem das Sparmotiv „Wohneigentum“ zum Jahresende 2016 so selten genannt wurde wie nie zuvor im Sparklima, zeigt es sich zur Jahresmitte 2017 zum zweiten Mal in Folge erholt.    

Nachdem die Finanzkrise im Jahr 2008 zu einem deutlichen Vertrauensverlust in das Sparmotiv „Kapitalanlage“ geführt hat, zeigt sich, dass auch bedingt durch die anhaltende Niedrigzinsphase der Vertrauensverlust bei Kapitalanlagen nicht überwunden werden kann. Die „Kapitalanlage“ verzeichnet als Sparziel einen leichten Rückgang um 1,9 Prozentpunkte und wird damit noch von etwas mehr als einem Viertel der Bundesbürger als Motiv angeführt. Das aktuelle Ergebnis zeigt, dass der Anteil an Sparern, die in einer Kapitalanlage sparen, tendenziell weiterhin rückläufig ist.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage hinsichtlich des künftigen Sparverhaltens ergaben sich folgende Antworten
(Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14
Mehr: 8,1 7,7 9,6 8,4 8,5 7,7 6,4 8,7 8,3 6,3
Weniger: 10,7 10,3 9,9 9,9 10,0 9,5 11,7 12,3 11,8 10,7
Etwa gleich viel: 72,7 73,5 73,5 73,3 73,8 74,5 73,4 71,8 72,9 75,9
Weiß nicht und keine Angabe: 6,0 8,5 7,0 8,4 7,7 8,3 8,5 7,2 7,0 7,1

Der Anteil derer, die beabsichtigen, zukünftig weniger zu sparen, liegt mit aktuell 10,7 Prozent auf dem Niveau der Vorwelle.

Im Vergleich zum März 2017 liegt der Anteil der Bundesbürger, die zukünftig mehr sparen wollen, bei 8,1 Prozent.

Vergleichbar zur Vorwelle ist es die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen, die überdurchschnittlich häufig angibt, das Sparvolumen künftig zu erhöhen. Aktuell äußert sich jeder Fünfte (20 Prozent) in dieser Zielgruppe entsprechend. 

Der Anteil von Bundesbürgern, die beabsichtigen, an ihrem Sparverhalten nichts zu ändern, ist im Vergleich zum März 2017 tendenziell leicht gesunken (-0,8 Prozentpunkte).

3.1. Gründe für steigendes Sparvolumen (Anteile in %)

Gründe für steigendes Sparvolumen 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14
Berufliche Veränderungen/ Einkommensänderung: 34,9 18,2 36,6 24,3 16,9 22,3 22,2 28,0 23,0 27,8
Allgemeines Sparen für die Zukunft/Notgroschen/Reserve: 22,0 39,3 16,1 26,3 24,8 20,0 24,6 23,1 21,6 11,3
Größere Anschaffungen: 21,9 23,1 15,2 22,1 23,3 16,5 14,1 18,9 21,9 19,2
Steigende Ausgaben: 17,8 18,4 12,6 8,4 15,7 6,9 9,7 8,8 15,4 12,3
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 14,4 11,9 8,6 10,6 8,3 4,7 21,6 6,6 16,8 11,0
Unsichere Altersvorsorge: 13,6 9,0 8,2 12,1 8,0 7,5 4,9 9,8 12,2 1,8
Urlaub: 11,0 18,0 9,9 24,4 16,8 8,5 10,5 19,5 14,8 9,5
Steigendes Konsumbedürfnis: 7,7 10,3 8,7 7,7 11,7 7,0 11,2 14,5 12,8 5,3
Arbeitslosigkeit: 6,3 2,0 0,1 0,5 5,9 2,3 4,8 2,2 0,3 2,6
Allgemeine wirtschaftliche und politische Situation: 4,8 9,2 3,7 9,9 6,0 2,7 3,3 6,9 4,2 0,9
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 4,6 2,8 6,8 4,9 5,5 6,5 4,0 2,1 4,8 4,1

Nachdem im März 2017 der Notgroschen als Motiv für eine steigende Sparneigung dominierte, ist es zur Jahresmitte 2017 die Begründung „Einkommensänderung“, die mit einem deutlichen Anstieg von 15,7 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwelle und aktuell 34,9 Prozent der Nennungen auf Platz eins der Rangliste zur Begründung für ein zukünftig steigendes Sparvolumen liegt. Auf Platz zwei der Motive folgt mit einem deutlichen Rückgang von -17,3 Prozentpunkten das Sparziel „Notgroschen“. Auf Platz drei und vier liegen mit nahezu unveränderten Prozentwerten an Nennungen die „größeren Anschaffungen“ (21,9 Prozent) und die „steigenden Lebenshaltungskosten“ (17,8 Prozent).

Abgesehen davon werden konsumorientierte Motive im Vergleich zum März 2017 eher seltener genannt („steigender Konsum“: -2,6 Prozentpunkte; „Urlaub/Reisen“: -7,0 Prozentpunkte). 

3.2. Gründe für sinkendes Sparvolumen (Anteile in %).

Gründe für sinkendes Sparvolumen 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 20,8 19,7 12,9 17,9 21,2 15,6 22,0 15,1 16,7 24,4
Steigende Ausgaben/ Lebenshaltungskosten: 19,2 20,6 22,5 32,3 28,8 24,5 25,3 24,9 29,0 19,1
Berufliche/ Einkommensänderung: 18,2 7,5 6,9 6,9 12,3 5,0 12,1 15,4 12,9 6,8
Unsichere Altersvorsorge: 15,6 12,1 6,3 11,1 12,0 9,2 7,5 7,0 8,8 7,9
Sparen macht keinen Sinn: 15,0 14,1 11,4 15,6 10,6 9,2 16,9 16,5 13,5 14,1
Steigendes Konsumbedürfnis: 13,4 11,8 12,6 5,0 3,5 12,8 6,2 8,5 14,7 6,1
Urlaub: 12,8 6,9 3,2 13,3 11,4 2,4 6,5 7,9 1,8 10,3
Allgemeine politische und wirtschaftliche Situation: 11,2 18,1 13,6 9,7 8,5 13,5 11,6 11,1 8,1 14,0
Größere Anschaffungen: 9,7 10,9 3,6 3,8 6,6 8,5 4,0 8,8 7,8 10,4
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 7,5 13,9 10,0 7,5 10,5 2,6 9,9 4,7 6,0 7,2
Arbeitslosigkeit: 5,0 2,6 4,4 14,2 1,4 7,3 5,3 5,5 2,3 6,3

Auf Platz 1 der Begründungen für ein zukünftig sinkendes Sparvolumen liegt im Juni 2017 die „Fehlende Einkommenssteigerung“ mit aktuell 20,8 Prozent der Nennungen. Mit einem leichten Rückgang von 1,9 Prozentpunkten folgt auf Platz zwei die Begründung „steigende Ausgaben / Lebenshaltungskosten“ mit 19,2 Prozent der Nennungen. „Berufliche Veränderung“ mit einhergehender Einkommensänderung ist auf Platz 3 mit aktuell 18,2 Prozent der Nennungen die Begründung, die im Vergleich zur Vorwelle den stärksten Anstieg zu verzeichnen hat (+10,7 Prozentpunkte).

Die „allgemeine politische/wirtschaftliche Situation“ wird nicht mehr so kritisch gesehen. Mit -6,9 Prozentpunkten wird sie deutlich seltener zur Begründung für eine sinkende Sparneigung genannt als noch im März 2017.

Diese Gruppe, die zukünftig weniger sparen will, ist geprägt durch die Personengruppe der Über-40-Jährigen mit einem eher geringen Haushaltsnettoeinkommen.

4. Ausblick

Konsumorientierte Motive spielen in der Tendenz eine geringere Rolle als Sparmotiv, während die Debatte um die Zukunft der Rente auch das Interesse an der Wohnimmobilie zur Altersvorsorge gesteigert hat. Dass sich dieser Trend verstärkt, ist angesichts der anhaltenden Diskussion durchaus möglich, zumal langfristige, alternative Sparformen auch bedingt durch die Niedrigzinsphase an Attraktivität eingebüßt haben.

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Alexander Nothaft
Leiter Kommunikation
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