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Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

KANTAR TNS (vormals: TNS Deutschland GmbH)  fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten.
Die Ergebnisse der 59. Umfrage im März 2017 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern wurden folgende Fragen gestellt:

  • Wie ist das bei Ihnen, sparen Sie derzeit für einen bestimmten Zweck?
  • Zu welchem Zweck?
  • Werden Sie in den nächsten Monaten mehr, weniger oder etwa gleich viel sparen?
  • Wie wollen Sie zukünftig Ihr Geld anlegen?

1.   Sparer/Nichtsparer

Der Anteil der Sparer ist im März 2017 auf den höchsten Stand seit März 2015 gestiegen: 49 Prozent der Befragten sparen für einen bestimmten Zweck, das sind 4,8 Prozentpunkte mehr als im Herbst 2016. Auf der anderen Seite sank der Anteil der Nicht-Sparer um 5,7 Prozentpunkte auf 49,3 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit März 2011.

In den letzten drei Jahren zeigte sich der Anteil der Sparer zum Jahresanfang entweder stabil bzw. zum Jahresanfang leicht erholt. Auch 2017 zeigt sich dieser Effekt.

2. Sparziele

Sparziele 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14 1/14
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
60,6 57,1 55,9 60,6 53,0 55,8 65,0 58,6 56,1 58,5
Altersvorsorge: 57,7 53,5 56,1 59,0 59,8 54,7 61,0 63,6 51,0 60,2
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum: 42,3 38,7 44,3 43,4 44,4 42,8 47,6 53,9 46,2 49,8
Kapitalanlage: 28,5 26,3 26,4 28,0 30,3 32,0 29,8 32,1 30,7 28,1
Notgroschen/Reserve: 3,4 4,0 6,9 4,6 4,1 4,2 5,1 6,5 5,4 4,2
Ausbildung der Kinder: 2,9 3,0 3,9 4,9 3,9 4,3 5,7 3,8 3,2 3,9
Sonstiges: 5,0 5,7 5,6 4,7 5,6 6,1 6,5 8,0 7,1 7,0

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 Prozent, d. h., es wurden teilweise mehrere Sparziele angegeben.) 

Sowohl das Sparmotiv „Konsum“ als auch das Ziel „Altersvorsorge“ werden aktuell etwas häufiger als Sparziel genannt (+3,5 Prozentpunkte). Damit bestätigt sich das Ranking der Sparziele aus dem Oktober 2016. Der „Konsum“ ist aktuell das Sparziel, das mit 60,6 Prozent der Nennungen am häufigsten genannt wird. Auf Platz drei der Rangliste liegt mit einem leichten Anstieg von 3,6 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwelle das „Wohneigentum“ mit aktuell 42,3 Prozent der Nennungen.

Auch die Kapitalanlage verzeichnet als Sparziel einen leichten Anstieg um 2,2 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage hinsichtlich des künftigen Sparverhaltens ergaben sich folgende Antworten
(Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14 1/14
Mehr: 7,7 9,6 8,4 8,5 7,7 6,4 8,7 8,3 6,3 8,8
Weniger: 10,3 9,9 9,9 10,0 9,5 11,7 12,3 11,8 10,7 12,1
Etwa gleich viel: 73,5 73,5 73,3 73,8 74,5 73,4 71,8 72,9 75,9 72,6
Weiß nicht und keine Angabe: 8,5 7,0 8,4 7,7 8,3 8,5 7,2 7,0 7,1 6,5

Im Vergleich zur Vorwelle ist der Anteil der Bundesbürger, die zukünftig mehr sparen wollen, um 1,9 Prozentpunkte auf aktuell 7,7 Prozent gesunken. Der Anteil derer, die beabsichtigen, zukünftig weniger zu sparen, liegt bei 10,3 Prozent. Damit äußert weiterhin jeder zehnte Bundesbürger die Absicht, in den nächsten Monaten eher weniger sparen zu wollen.

Es ist weiterhin die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen, die überdurchschnittlich häufig angibt, das Sparvolumen künftig zu erhöhen. Aktuell äußern sich aber nur noch 18 Prozent in dieser Altersgruppe entsprechend (Vorwelle: 26 %). Nachdem der Wert in den letzten beiden Jahren jeweils um 4 Prozentpunkte in Folge gestiegen ist, liegt er aktuell wieder auf dem Niveau von 2015.

In den östlichen Bundesländern ist mit 13 Prozent der Anteil derer, die zukünftig weniger sparen möchten, überdurchschnittlich hoch.

Der Anteil der Bundesbürger, die beabsichtigen, an ihrem Sparverhalten nichts zu ändern, ist im Vergleich zum Oktober 2016 unverändert und liegt erneut bei 73,5 Prozent. Weiterhin möchte also die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger – trotz der Niedrigzinsphase – ihr zukünftiges Sparverhalten nicht ändern.

3.1. Gründe für steigendes Sparvolumen (Anteile in %)

Gründe für steigendes Sparvolumen 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14 1/14
Allgemeines Sparen für die Zukunft/Notgroschen/Reserve: 39,3 16,1 26,3 24,8 20,0 24,6 23,1 21,6 11,3 28,0
Größere Anschaffungen: 23,1 15,2 22,1 23,3 16,5 14,1 18,9 21,9 19,2 22,0
Steigende Ausgaben: 18,4 12,6 8,4 15,7 6,9 9,7 8,8 15,4 12,3 10,2
Berufliche Veränderungen/ Einkommensänderung: 18,2 36,6 24,3 16,9 22,3 22,2 28,0 23,0 27,8 26,5
Urlaub: 18,0 9,9 24,4 16,8 8,5 10,5 19,5 14,8 9,5 13,8
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 11,9 8,6 10,6 8,3 4,7 21,6 6,6 16,8 11,0 15,2
Steigendes Konsumbedürfnis: 10,3 8,7 7,7 11,7 7,0 11,2 14,5 12,8 5,3 12,0
Allgemeine wirtschaftliche und politische Situation: 9,2 3,7 9,9 6,0 2,7 3,3 6,9 4,2 0,9 7,7
Unsichere Altersvorsorge: 9,0 8,2 12,1 8,0 7,5 4,9 9,8 12,2 1,8 9,0
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 2,8 6,8 4,9 5,5 6,5 4,0 2,1 4,8 4,1 7,0
Arbeitslosigkeit: 2,0 0,1 0,5 5,9 2,3 4,8 2,2 0,3 2,6 3,3

Mit einem deutlichen Anstieg von 23,2 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwelle liegt aktuell das Motiv „Notgroschen“ mit 39,3 Prozent der Nennungen auf Platz eins der Rangliste zur Begründung für ein zukünftig steigendes Sparvolumen. Auf Platz zwei der Motive folgt mit einem Anstieg von 7,9 Prozentpunkten das Sparziel „größere Anschaffungen“. Auf Platz drei und vier liegen mit 18,4 bzw. 18,2 Prozent der Nennungen die „steigende Ausgaben“ und die Begründung „Einkommensänderung“, welche als Begründung den stärksten Rückgang verzeichnet (-18,4 Prozentpunkte).

In der Vorwelle reflektierte die Begründung „Einkommensänderung“ noch die aus Arbeitnehmersicht erfolgreichen Tarifverhandlungen im Herbst 2016. Aktuell spiegeln die Motive deutlich prägnanter eine gewisse wirtschaftliche Unsicherheit der Bundesbürger wider.

3.2. Gründe für sinkendes Sparvolumen (Anteile in %).

Gründe für sinkendes Sparvolumen 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14 2/14 1/14
Steigende Ausgaben/ Lebenshaltungskosten: 20,6 22,5 32,3 28,8 24,5 25,3 24,9 29,0 19,1 21,7
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 19,7 12,9 17,9 21,2 15,6 22,0 15,1 16,7 24,4 32,0
Allgemeine politische und wirtschaftliche Situation: 18,1 13,6 9,7 8,5 13,5 11,6 11,1 8,1 14,0 10,2
Sparen macht keinen Sinn: 14,1 11,4 15,6 10,6 9,2 16,9 16,5 13,5 14,1 17,6
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 13,9 10,0 7,5 10,5 2,6 9,9 4,7 6,0 7,2 4,6
Unsichere Altersvorsorge: 12,1 6,3 11,1 12,0 9,2 7,5 7,0 8,8 7,9 11,8
Steigendes Konsumbedürfnis: 11,8 12,6 5,0 3,5 12,8 6,2 8,5 14,7 6,1 7,1
Größere Anschaffungen: 10,9 3,6 3,8 6,6 8,5 4,0 8,8 7,8 10,4 3,4
Berufliche/ Einkommensänderung: 7,5 6,9 6,9 12,3 5,0 12,1 15,4 12,9 6,8 7,4
Urlaub: 6,9 3,2 13,3 11,4 2,4 6,5 7,9 1,8 10,3 4,1
Arbeitslosigkeit: 2,6 4,4 14,2 1,4 7,3 5,3 5,5 2,3 6,3 8,4

Auf Platz eins der Begründungen für ein sinkendes Sparvolumen liegen im März 2017 weiterhin die „steigenden Ausgaben / Lebenshaltungskosten“ mit aktuell 20,6 Prozent der Nennungen (-1,9 Prozentpunkte). Auf Platz zwei rückt die „Fehlende Einkommenssteigerung“ vor, mit einem Anstieg von 6,8 Prozentpunkten im Vergleich zum Oktober 2016. Die „allgemeine politische/wirtschaftliche Situation“ (+4,5 Prozentpunkte) wird auf Platz 3 ebenfalls etwas häufiger genannt als im Oktober 2016.

Die konsumorientierten Motive werden im Vergleich zur Vorwelle etwas häufiger zur Begründung für ein zukünftig sinkendes Sparvolumen angeführt.

4. Ausblick

Die Ergebnisse des aktuellen Sparklimas untermauern die These, dass sich im Sparverhalten der Bundesbürger eine deutliche Unsicherheit widerspiegelt. Der Notgroschen dominiert die Begründungen für eine zukünftig steigende Sparneigung. Die Bundesbürger der östlichen Bundesländer sind weiterhin unsicher, ob sie auch zukünftig noch in der Lage sein werden, im gewünschten Umfang zu sparen.

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Alexander Nothaft
Leiter Kommunikation
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