English information


Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

KANTAR TNS (vormals: TNS Deutschland GmbH)  fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten.
Die Ergebnisse der 61. Umfrage im Oktober 2017 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern wurden folgende Fragen gestellt:

  • Wie ist das bei Ihnen, sparen Sie derzeit für einen bestimmten Zweck?
  • Zu welchem Zweck?
  • Werden Sie in den nächsten Monaten mehr, weniger oder etwa gleich viel sparen?
  • Wie wollen Sie zukünftig Ihr Geld anlegen?

1.   Sparer/Nichtsparer

Im Herbst 2017 sparen 44 Prozent der Deutschen für einen bestimmen Zweck. Damit bleibt der Wert ungefähr auf dem Niveau der Messung aus dem Juni 2017 wie auch auf dem des Vorjahres.

In den letzten drei Jahren zeigte sich der Anteil der Sparer zum Jahresende jeweils schwächer als zu Jahresbeginn. Auch 2017 zeigt sich dieser Effekt.

2. Sparziele

>
Sparziele 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14
Altersvorsorge: 51,7 57,8 57,7 53,5 56,1 59,0 59,8 54,7 61,0 63,5
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
51,1 53,9 60,6 57,1 55,9 60,6 53,0 55,8 65,0 58,6
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum: 40,7 46,0 42,3 38,7 44,3 43,4 44,4 42,8 47,6 53,9
Kapitalanlage: 23,7 26,6 28,5 26,3 26,4 28,0 30,3 32,0 29,8 32,1
Notgroschen/Reserve: 5,4 3,3 3,4 4,0 6,9 4,6 4,1 4,2 5,1 6,5
Ausbildung der Kinder: 3,4 3,2 2,9 3,0 3,9 4,9 3,9 4,3 5,7 3,8
Sonstiges: 3,8 5,2 5,0 5,7 5,6 4,7 5,6 6,1 6,5 8,0

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 Prozent, d. h., es wurden teilweise mehrere Sparziele angegeben.) 

Die Sparmotive „Altersvorsorge“ und „Konsum“ führen im Oktober 2017 die Rangreihe der Sparzwecke bei den Bundesbürgern nahezu gleichauf an. Die „Altersvorsorge“ wird dabei mit 51,7 Prozent der Nennungen aktuell deutlich seltener genannt als noch im Juni 2017 (-6,1 Prozentpunkte). Der „Konsum“ folgt mit einem Rückgang von -2,8 Prozentpunkten und aktuell 51,1 Prozent der Nennungen.

Bemerkenswert ist, dass sämtliche bedeutenden Sparzwecke seltener genannt werden als noch im Juni 2017. Dies gilt auch für das Wohneigentum, welches aktuell 40,7 Prozent der Nennungen erhält (-5,3 Prozentpunkte). Das Sparmotiv „Wohneigentum“ liegt damit nur knapp über dem saisonalen Vergleichswert aus dem Oktober 2016, bei dem es so selten genannt wurde wie nie zuvor im Sparklima.

Der Vertrauensverlust bei Kapitalanlagen geht weiter. Das aktuelle Ergebnis (23,7 Prozent) liegt knapp drei Prozentpunkte unter dem Niveau der Vorwelle und ist zum zweiten Mal in Folge gesunken. Die „Kapitalanlage“ verzeichnet als Sparziel zum zweiten Mal in Folge einen leichten Rückgang und wird damit noch von knapp einem Viertel der Bundesbürger als Motiv angeführt.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage hinsichtlich des künftigen Sparverhaltens ergaben sich folgende Antworten
(Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14
Mehr: 7,3 8,1 7,7 9,6 8,4 8,5 7,7 6,4 8,7 8,3
Weniger: 11,4 10,7 10,3 9,9 9,9 10,0 9,5 11,7 12,3 11,8
Etwa gleich viel: 71,8 72,7 73,5 73,5 73,3 73,8 74,5 73,4 71,8 72,9
Weiß nicht und keine Angabe: 9,7 6,0 8,5 7,0 8,4 7,7 8,3 8,5 7,2 7,0

Der Anteil derer, die beabsichtigen, zukünftig weniger zu sparen, liegt mit aktuell 11,4 Prozent auf dem Niveau der Vorwelle.

Im Vergleich zum Juni 2017 ist der Anteil der Bundesbürger, die zukünftig mehr sparen wollen, leicht gesunken (-0,8 Prozentpunkt) und liegt aktuell bei 7,3 Prozent. Prägnanter fällt der Rückgang im saisonalen Vergleich zum Oktober 2016 aus (-2,3 Prozentpunkte). Wie in der Vorwelle ist es ausschließlich die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen, die überdurchschnittlich häufig angibt, das Sparvolumen künftig zu erhöhen. Zum Jahresende äußert sich mehr als jeder Fünfte (22,4 Prozent) in dieser Zielgruppe entsprechend.

Der Anteil der Bundesbürger, die beabsichtigen, an ihrem Sparverhalten nichts zu ändern, ist zum zweiten Mal in Folge tendenziell leicht gesunken (-0,9 Prozentpunkt). Das Ergebnis liegt aktuell bei 71,8 Prozent. Weiterhin möchten knapp drei Viertel der Bundesbürger ihr zukünftiges Sparverhalten nicht ändern.

3.1. Gründe für steigendes Sparvolumen (Anteile in %)

Gründe für steigendes Sparvolumen 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14
Allgemeines Sparen für die Zukunft/Notgroschen/Reserve: 26,2 22,0 39,3 16,1 26,3 24,8 20,0 24,6 23,1 21,6
Größere Anschaffungen: 26,0 21,9 23,1 15,2 22,1 23,3 16,5 14,1 18,9 21,9
Berufliche Veränderungen/ Einkommensänderung: 23,2 34,9 18,2 36,6 24,3 16,9 22,3 22,2 28,0 23,0
Urlaub: 21,0 11,0 18,0 9,9 24,4 16,8 8,5 10,5 19,5 14,8
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 14,6 14,4 11,9 8,6 10,6 8,3 4,7 21,6 6,6 16,8
Steigendes Konsumbedürfnis: 12,8 7,7 10,3 8,7 7,7 11,7 7,0 11,2 14,5 12,8
Unsichere Altersvorsorge: 9,2 13,6 9,0 8,2 12,1 8,0 7,5 4,9 9,8 12,2
Steigende Ausgaben: 7,1 17,8 18,4 12,6 8,4 15,7 6,9 9,7 8,8 15,4
Arbeitslosigkeit: 6,4 6,3 2,0 0,1 0,5 5,9 2,3 4,8 2,2 0,3
Allgemeine wirtschaftliche und politische Situation: 5,8 4,8 9,2 3,7 9,9 6,0 2,7 3,3 6,9 4,2
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 5,7 4,6 2,8 6,8 4,9 5,5 6,5 4,0 2,1 4,8

Der „Notgroschen“ führt zum Jahresende 2017 die Rangreihe der Begründungen für eine steigende Sparneigung mit aktuell 26,2 Prozent der Nennungen an. Dies ist im Vergleich zur Vorwelle ein deutlicher Anstieg von 4,2 Prozentpunkten. Nahezu gleichauf und ebenfalls mit einem Anstieg von 4,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Juni 2017 liegt auf Platz zwei die Begründung „größere Anschaffungen“. Auf Platz drei der Rangliste folgt mit aktuell 23,2 Prozent der Nennungen die „Einkommensänderung“, welche im Vergleich zur Vorwelle den deutlichsten Rückgang an Nennungen verzeichnet (-11,7 Prozentpunkte).

Neben den größeren Anschaffungen werden konsumorientierte Motive im Vergleich zum Juni 2017 eher häufiger genannt („steigender Konsum“: +5,1 Prozentunkte; „Urlaub/Reisen“: +10,0 Prozentpunkte). Diese Entwicklung bestätigt sich auch im saisonalen Vergleich zum Oktober 2016.

Auch wenn der „Notgroschen“ als Begründung für eine steigende Sparneigung die Rangliste anführt, werden weitere Motive, die eine gewisse wirtschaftliche Unsicherheit der Bundesbürger widerspiegeln, im Vergleich zum Juni 2017 eher seltener genannt („unsichere Altersvorsorge“: -4,4 Prozentpunkte, „steigende Lebenshaltungskosten“: -10,7 Prozentpunkte). Unter denjenigen, die zukünftig mehr sparen wollen, sind überdurchschnittlich häufig junge Frauen (14-29 Jahre) sowie Personen mit einer eher hohen Schulbildung und einem mittleren Haushaltsnettoeinkommen (1.000 – 2.000 €) zu finden

3.2. Gründe für sinkendes Sparvolumen (Anteile in %).

Gründe für sinkendes Sparvolumen 3/17/ 2/17/ 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15 3/14
Steigende Ausgaben/ Lebenshaltungskosten: 22,2 19,2 20,6 22,5 32,3 28,8 24,5 25,3 24,9 29,0
Sparen macht keinen Sinn: 16,2 15,0 14,1 11,4 15,6 10,6 9,2 16,9 16,5 13,5
Unsichere Altersvorsorge: 13,1 15,6 12,1 6,3 11,1 12,0 9,2 7,5 7,0 8,8
Steigendes Konsumbedürfnis: 12,2 13,4 11,8 12,6 5,0 3,5 12,8 6,2 8,5 14,7
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 12,1 20,8 19,7 12,9 17,9 21,2 15,6 22,0 15,1 16,7
Urlaub: 11,2 12,8 6,9 3,2 13,3 11,4 2,4 6,5 7,9 1,8
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 11,1 7,5 13,9 10,0 7,5 10,5 2,6 9,9 4,7 6,0
Größere Anschaffungen: 10,4 9,7 10,9 3,6 3,8 6,6 8,5 4,0 8,8 7,8
Berufliche/ Einkommensänderung: 8,9 18,2 7,5 6,9 6,9 12,3 5,0 12,1 15,4 12,9
Allgemeine politische und wirtschaftliche Situation: 5,4 11,2 18,1 13,6 9,7 8,5 13,5 11,6 11,1 8,1
Arbeitslosigkeit: 4,7 5,0 2,6 4,4 14,2 1,4 7,3 5,3 5,5 2,3

Auf Platz 1 der Begründungen für ein zukünftig sinkendes Sparvolumen liegen im Oktober 2017 die "steigenden Lebenshaltungskosten" mit aktuell 22,2 Prozent der Nennungen. Auf Platz zwei folgt mit einer nahezu unveränderten Anzahl an Nennungen die Motivlage "Sparen macht keinen Sinn" (-1,2 Prozentpunkte).

"Berufliche Veränderung" mit aktuell 8,9 Prozent der Nennungen und „fehlende Einkommenssteigerungen“ (aktuell 12,1 Prozent) sind die Begründungen, die im Vergleich zur Vorwelle den stärksten Rückgang zu verzeichnen haben.

Die "allgemeine politische/wirtschaftliche Situation" wird nicht mehr so kritisch gesehen. Mit -5,4 Prozentpunkten wird sie deutlich seltener zur Begründung für eine sinkende Sparneigung genannt als noch im Juni 2017.

Die Gruppe, die zukünftig weniger sparen möchte, ist stärker geprägt durch "mittlere Altersjahrgänge" (30-49 Jahre), hat in der Tendenz eine geringere Schulbildung und ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen.

4. Ausblick

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September leicht gesunken. Die Unternehmen waren sowohl mit ihrer aktuellen Geschäftslage als auch mit dem Ausblick auf die kommenden Monate weniger zufrieden als im August. Dennoch gehen die führenden Wirtschaftsinstitute davon aus, dass „der Aufschwung der deutschen Wirtschaft an Stärke und Breite“ gewinnt. Die Konsumausgaben der Verbraucher sind – neben Export und Investitionen – ein maßgeblicher Grund hierfür [1].

Der GfK-Konsumklima-Index konstatiert: Die exzellente Stimmung der Verbraucher setzt ihren Höhenflug im September vorerst nicht fort. Sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung gehen zurück [2]. 

Die Ergebnisse aus dem aktuellen Sparklima legen nahe, dass die Sparneigung der Bundesbürger im Moment schwach ausgeprägt ist. Die Unsicherheit im Sparverhalten aus dem März/Juni 2017 hat sich aber weiter abgeschwächt und der Konsum gewinnt bei den Begründungen für ein zukünftig steigendes Sparvolumen an Bedeutung.


[1] https://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/facts/Survey-Results/Business-Climate/Geschaeftsklima-Archiv/2017/Geschaeftsklima-20170925.html 
https://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/facts/Forecasts.html

[2] http://www.gfk.com/de/insights/press-release/konsumklima-sinkt-leicht/

 

 

PRESSEKONTAKT

Alexander Nothaft
Leiter Kommunikation
030-590091-523
nothaft(at)vdpb.de

Mail-Abonnement

Registrieren Sie sich hier, um automatisch neue Pressemitteilungen per E-Mail zu erhalten.

Videos

Wohnträume sicher finanzieren
Die weltweite Finanzkrise ist kein technischer Zufall; sie ist systembedingt. Es ist höchste Zeit, Lehren daraus zu ziehen... Video des Verbandes der Privaten Bausparkassen  [mehr...]

POSITIONEN

Die Positionen des Verbandes der Privaten Bausparkassen zur Bundestagswahl 2017 finden Sie hier.

 

Seite drucken | Sitemap | Impressum 

©2008-2017- Alle Rechte vorbehalten