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Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

KANTAR TNS (vormals: TNS Deutschland GmbH)  fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten.
Die Ergebnisse der 63. Umfrage im Oktober 2018 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern wurden folgende Fragen gestellt:

  • Wie ist das bei Ihnen, sparen Sie derzeit für einen bestimmten Zweck?
  • Zu welchem Zweck?
  • Werden Sie in den nächsten Monaten mehr, weniger oder etwa gleich viel sparen?
  • Wie wollen Sie zukünftig Ihr Geld anlegen?

1.   Sparer/Nichtsparer

Zum Ende des Jahres 2018 sparen 48,3 Prozent der Deutschen für einen bestimmen Zweck. Damit steigt der Wert im Vergleich zur letzten Messung aus dem Juni 2018 um +5,7 Prozentpunkte. Aber auch im Vergleich zum saisonalen Vorjahreswert aus dem Oktober 2017 bestätigt sich ein deutlicher Anstieg von +4,5 Prozentpunkten.

In den letzten beiden Jahren zeigte sich der Anteil der Sparer zum Jahresende jeweils schwächer als zu Jahresbeginn. Für 2018 zeigt sich dieser Effekt nicht, im Gegenteil: Der Anteil der Sparer, die aktuell für einen bestimmten Zweck Geld zurücklegen, fällt um +3,8 Prozentpunkte höher aus als noch zu Jahresbeginn. 

2. Sparziele

Sparziele 3/18 2/18 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15
Altersvorsorge: 57,1 53,0 50,6 51,7 57,8 57,7 53,5 56,1 59,0 59,8
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
55,4 56,5 59,8 51,1 53,9 60,6 57,1 55,9 60,6 53,0
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum: 40,3 36,8 36,8 40,7 46,0 42,3 38,7 44,3 43,4 44,4
Kapitalanlage: 27,3 25,5 25,7 23,7 26,6 28,5 26,3 26,4 28,0 30,3
Notgroschen/Reserve: 4,2 3,7 4,7 5,4 3,3 3,4 4,0 6,9 4,6 4,1
Ausbildung der Kinder: 2,4 1,9 2,1 3,4 3,2 2,9 3,0 3,9 4,9 3,9
Sonstiges: 5,2 5,4 7,0 3,8 5,2 5,0 5,7 5,6 4,7 5,6

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 Prozent, d. h., es wurden teilweise mehrere Sparziele angegeben.) 

Die Sparmotive „Altersvorsorge“ und „Konsum“ führen im Oktober 2018 die Rangreihe der Sparzwecke bei den Bundesbürgern nahezu gleichauf an. Die „Altersvorsorge“ wird dabei mit 57,1 Prozent der Nennungen aktuell etwas häufiger genannt als noch im Juni 2018 (+4,1 Prozentpunkte). Der „Konsum“ folgt mit einem Rückgang von -1,1 Prozentpunkten und aktuell 55,4 Prozent der Nennungen.

Das Wohneigentum, welches aktuell 40,3 Prozent der Nennungen erhält, wird etwas häufiger genannt als in der Vorwelle (+3,5 Prozentpunkte). Der Anteil der Nennungen für das Sparmotiv „Wohneigentum“ bewegt sich aber weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Die „Kapitalanlage“ bestätigt mit einem geringfügigen Anstieg auf 27,3 Prozent der Nennungen nahezu den Wert vom Juni 2018 (+1,8 Prozentpunkte). Dieses Sparziel kann nach wie vor nicht an alte Niveaus anknüpfen. 

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage hinsichtlich des künftigen Sparverhaltens ergaben sich folgende Antworten
(Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten 3/18 2/18 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15
Mehr: 9,5 6,4 8,8 7,3 8,1 7,7 9,6 8,4 8,5 7,7
Weniger: 10,6 10,7 8,9 11,4 10,7 10,3 9,9 9,9 10,0 9,5
Etwa gleich viel: 68,9 71,0 70,7 71,8 72,7 73,5 73,5 73,3 73,8 74,5
Weiß nicht und keine Angabe: 11,0 8,0 11,6 9,7 6,0 8,5 7,0 8,4 7,7 8,3

Der Anteil derer, die beabsichtigen, zukünftig weniger zu sparen, liegt mit aktuell 11,6 Prozent auf dem Niveau der Vorwelle.

Im Vergleich zum Juni 2018 ist der Anteil der Bundesbürger, die zukünftig mehr sparen wollen, leicht gestiegen (+2,7 Prozentpunkte) und liegt aktuell bei 10,6 Prozent. Wie in der Vorwelle ist es hauptsächlich die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen, die überdurchschnittlich häufig angibt, ihr Sparvolumen künftig zu erhöhen. Zum Jahresende äußert sich fast jeder Vierte (24 Prozent) in dieser Zielgruppe entsprechend (Vorwelle: 22 Prozent). Im Oktober 2018 liegt auch in der Zielgruppe der 30- bis 39-Jährigen der Anteil der zukünftigen Mehr-Sparer über dem Durchschnitt (15 Prozent).

Der Anteil der Bundesbürger, die beabsichtigen, an ihrem Sparverhalten nichts zu ändern, ist in den Vorwellen dreimal in Folge tendenziell leicht gesunken. In der aktuellen Befragungswelle ist der Anteil um weitere -2,1 Prozentpunkte gesunken und liegt nun mit 68,9 Prozent zum ersten Mal seit dem März 2011 unter der 70 Prozentmarke. Weiterhin möchten aber sieben von zehn Bundesbürgern ihr zukünftiges Sparverhalten nicht ändern. 

3.1. Gründe für steigendes Sparvolumen (Anteile in %)

Gründe für steigendes Sparvolumen 3/18 2/18 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15
Berufliche Veränderungen/ Einkommensänderung: 25,9 26,4 18,3 23,2 34,9 18,2 36,6 24,3 16,9 22,3
Größere Anschaffungen: 22,6 18,9 15,1 26,0 21,9 23,1 15,2 22,1 23,3 16,5
Allgemeines Sparen für die Zukunft/Notgroschen/Reserve: 17,4 28,9 37,4 26,2 22,0 39,3 16,1 26,3 24,8 20,0
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 12,8 8,4 9,9 14,6 14,4 11,9 8,6 10,6 8,3 4,7
Urlaub: 10,5 15,6 13,7 21,0 11,0 18,0 9,9 24,4 16,8 8,5
Steigende Ausgaben: 9,0 8,8 8,3 7,1 17,8 18,4 12,4 12,6 8,4 15,7
Unsichere Altersvorsorge: 7,2 14,7 9,1 9,2 13,6 9,0 8,2 12,1 8,0 7,5
Steigendes Konsumbedürfnis: 2,7 13,9 7,9 12,8 7,7 10,3 8,7 7,7 11,7 7,0
Arbeitslosigkeit: 2,6 3,4 2,4 6,4 6,3 2,0 0,1 0,5 5,9 2,3
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 1,4 2,8 7,6 5,7 4,6 2,8 6,8 4,9 5,5 6,5
Allgemeine wirtschaftliche und politische Situation: 0,0 3,0 1,5 5,8 4,8 9,2 3,7 9,9 6,0 2,7

Auf Platz 1 der Begründungen für eine zukünftig steigende Sparneigung liegt am Jahresende mit einem unveränderten Anteil von 25,9 Prozent der Nennungen die „Einkommensänderung“. Mit einem Anstieg von 3,7 Prozentpunkten im Vergleich zum Juni 2018 liegt auf Platz zwei die Begründung „größere Anschaffungen“. Der „Notgroschen“ wird zum Jahresende 2018 deutlich seltener als Begründung für eine steigende Sparneigung angeführt (-11,5 Prozentpunkte). Das Motiv verzeichnet im Vergleich zur Vorwelle den deutlichsten Rückgang an Nennungen.

Neben den größeren Anschaffungen wird nur noch der „Immobilienerwerb“ im Vergleich zur Vorwelle etwas häufiger als Sparmotiv angeführt (+4,4 Prozentpunkte). Weitere konsumorientierte Motive werden im Vergleich zum Juni 2018 eher seltener genannt („steigender Konsum“: -8,2 Prozentpunkte; „Urlaub/Reisen“: -5,1 Prozentpunkte). Diese Entwicklung bestätigt sich auch im saisonalen Vergleich zum Oktober 2017.

Auch wenn der „Notgroschen“ als Begründung für eine steigende Sparneigung weiterhin unter den Top 3 der Sparmotive liegt, werden weitere Motive, die eine gewisse wirtschaftliche Unsicherheit der Bundesbürger widerspiegeln, im Vergleich zum Juni 2018 eher seltener genannt („unsichere Altersvorsorge“: -8 Prozentpunkte, „steigende Lebenshaltungskosten“: unv. 9 Prozent, „Arbeitslosigkeit“:
-3 Prozentpunkte).

Unter denjenigen, die zukünftig mehr sparen wollen, sind überdurchschnittlich häufig junge Frauen (14-39 Jahre) sowie Personen mit einer eher hohen Schulbildung und einem hohen Haushaltsnettoeinkommen (3.000 € und mehr) zu finden.

3.2. Gründe für sinkendes Sparvolumen (Anteile in %)

Gründe für sinkendes Sparvolumen 3/18 2/18 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 21,1 22,6 9,4 12,1 20,8 19,7 12,9 17,9 21,2 15,6
Sparen macht keinen Sinn: 15,0 21,4 16,2 15,0 14,1 11,4 15,6 10,6 9,2 16,9
Steigende Ausgaben/ Lebenshaltungskosten: 15,5 32,5 21,4 22,2 19,2 20,6 22,5 32,3 28,8 24,5
Arbeitslosigkeit: 12,2 11,7 6,7 4,7 5,0 2,6 4,4 14,2 1,4 7,3
Allgemeine politische und wirtschaftliche Situation: 9,8 11,4 7,8 5,4 11,2 18,1 13,6 9,7 8,5 13,5
Unsichere Altersvorsorge: 9,2 12,9 9,8 13,1 15,6 12,1 6,3 11,1 12,0 9,2
Größere Anschaffungen: 8,6 19,8 9,2 10,4 9,7 10,9 3,6 3,8 6,6 8,5
Steigendes Konsumbedürfnis: 7,5 7,8 4,1 12,2 13,4 11,8 12,6 5,0 3,5 12,8
Berufliche/ Einkommensänderung: 4,1 11,7 11,1 8,9 18,2 7,5 6,9 6,9 12,3 5,0
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 3,8 11,7 8,1 11,1 7,5 13,9 10,0 7,5 10,5 2,6
Urlaub: 3,1 14,4 7,3 11,2 12,8 6,9 3,2 13,3 11,4 2,4

Auf Platz 1 der Begründungen für ein zukünftig sinkendes Sparvolumen liegt im Oktober 2018 mit aktuell 21,1 Prozent der Nennungen die „fehlende Einkommenssteigerung“ (-1,5 Prozentpunkte). Auf Platz zwei folgt mit einer nahezu unveränderten Anzahl an Nennungen die Motivlage „Sparen macht keinen Sinn“ (+0,8 Prozentpunkte). „Steigende Lebenshaltungskosten“ auf Rangplatz 3 ist mit aktuell 15,5 Prozent der Nennungen die Begründung, die im Vergleich zur Vorwelle den stärksten Rückgang zu verzeichnen hat (-17 Prozentpunkte).

Neben den steigenden Ausgaben sind es die „größeren Anschaffungen“, die mit -11,2 Prozentpunkten seltener zur Begründung für eine sinkende Sparneigung genannt werden als noch im Juni 2018.

Die Gruppe, die zukünftig weniger sparen möchte, hat in der Tendenz eine geringere Schulbildung und ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen (unter 2.000 €).

4. Ausblick

Zum Jahresende 2018 ist zum ersten Mal seit 2015 beim Anteil der Sparer ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Vorwelle zu beobachten: Er liegt mit aktuell 48 Prozent deutlich höher als noch im Juni 2018.

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September leicht gesunken. Die Unternehmen waren sowohl mit ihrer aktuellen Geschäftslage als auch mit dem Ausblick auf die kommenden Monate weniger zufrieden als im August. Dabei wird der Ausblick etwas weniger positiv bewertet als die aktuelle Geschäftslage.[1] Die Experten interpretieren dies als wachsende Unsicherheit in deutschen Unternehmen. Diese Unsicherheit wird sicherlich auch genährt durch die aktuelle Prognose der Wirtschaftsweisen, die eine geringere wirtschaftliche Entwicklung erwarten als noch zu Jahresbeginn.

Der GfK-Konsumklima-Index konstatiert: „Im August dieses Jahres zeigt die Verbraucherstimmung in Deutschland kein einheitliches Bild. Die Konjunkturaussichten legen zu, während die Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen müssen.“[2].

Die Ergebnisse aus dem aktuellen Sparklima legen nahe, dass die Sparneigung der Bundesbürger einen deutlichen Schub erfahren hat. Diese steigende Sparneigung kann aus den schlechter werdenden Wirtschaftsaussichten resultieren. Für die Zukunft wird es spannend sein zu verfolgen, ob der Sparzweck „Wohneigentum“ hiervon profitieren kann oder ob sich der seit 2013 anhaltende, übers Jahr gesehene kontinuierliche Rückgang als Begründung für das eigene Sparen fortsetzt.

[1] www.n-tv.de/wirtschaft/Ifo-Index-sinkt-im-September-leicht-article20637815.html

[2] www.gfk.com/de/insights/press-release/erneut-leichter-rueckgang-beim-konsumklima/

 

 

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Alexander Nothaft
Leiter Kommunikation
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