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Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

KANTAR TNS (vormals: TNS Deutschland GmbH)  fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten.
Die Ergebnisse der 62. Umfrage im März 2018 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern wurden folgende Fragen gestellt:

  • Wie ist das bei Ihnen, sparen Sie derzeit für einen bestimmten Zweck?
  • Zu welchem Zweck?
  • Werden Sie in den nächsten Monaten mehr, weniger oder etwa gleich viel sparen?
  • Wie wollen Sie zukünftig Ihr Geld anlegen?

1.   Sparer/Nichtsparer

Zu Beginn des Jahres 2018 sparen 44,5 Prozent der Deutschen für einen bestimmen Zweck.

Damit bestätigt sich das Niveau der letzten Messung aus dem Oktober 2017. Der aktuelle Anteil der Sparer liegt aber deutlich unter dem Vorjahreswert aus dem März 2017 (-4,5 Prozentpunkte).

In den letzten drei Jahren zeigte sich der Anteil der Sparer zu Jahresbeginn jeweils deutlich stärker ausgeprägt als im weiteren Verlauf des jeweiligen Jahres. Ob dies auch für 2018 gilt, bleibt abzuwarten.

2. Sparziele

Sparziele 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
59,8 51,1 53,9 60,6 57,1 55,9 60,6 53,0 55,8 65,0
Altersvorsorge: 50,6 51,7 57,8 57,7 53,5 56,1 59,0 59,8 54,7 61,0
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum: 36,8 40,7 46,0 42,3 38,7 44,3 43,4 44,4 42,8 47,6
Kapitalanlage: 25,7 23,7 26,6 28,5 26,3 26,4 28,0 30,3 32,0 29,8
Notgroschen/Reserve: 4,7 5,4 3,3 3,4 4,0 6,9 4,6 4,1 4,2 5,1
Ausbildung der Kinder: 2,1 3,4 3,2 2,9 3,0 3,9 4,9 3,9 4,3 5,7
Sonstiges: 7,0 3,8 5,2 5,0 5,7 5,6 4,7 5,6 6,1 6,5

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 Prozent, d. h., es wurden teilweise mehrere Sparziele angegeben.) 

Das Sparmotiv „Konsum“ führt aktuell die Rangreihe der Sparzwecke an. Es wird dabei im März 2018 mit 59,8 Prozent der Nennungen deutlich häufiger genannt als noch im Oktober 2017 (+8,7 Prozentpunkte). Die „Altersvorsorge“ folgt nahezu unverändert auf Platz 2 mit aktuell 50,6 Prozent der Nennungen.

Den deutlichsten Rückgang bei den Sparzielen muss das Sparmotiv „Wohneigentum“ hinnehmen. Es erhält aktuell 36,8 Prozent der Nennungen (-3,9 Prozentpunkte), liegt nochmals 1,9 Prozentpunkte unter dem letzten Tiefstwert aus dem Oktober 2016 (38,7 Prozent) und wird aktuell so selten genannt wie noch nie seit Beginn der Messungen im Sparklima.

Die „Kapitalanlage“ verzeichnet als Sparziel einen leichten Anstieg von 2,0 Prozentpunkten und wird damit von einem Viertel der Bundesbürger als Motiv angeführt.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage hinsichtlich des künftigen Sparverhaltens ergaben sich folgende Antworten
(Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15
Mehr: 8,8 7,3 8,1 7,7 9,6 8,4 8,5 7,7 6,4 8,7
Weniger: 8,9 11,4 10,7 10,3 9,9 9,9 10,0 9,5 11,7 12,3
Etwa gleich viel: 70,7 71,8 72,7 73,5 73,5 73,3 73,8 74,5 73,4 71,8
Weiß nicht und keine Angabe: 11,6 9,7 6,0 8,5 7,0 8,4 7,7 8,3 8,5 7,2

Der Anteil derer, die beabsichtigen, zukünftig weniger zu sparen, liegt mit aktuell 8,9 Prozent 2,5 Prozentpunkte unter dem Niveau der Vorwelle.

Im Vergleich zum Oktober 2017 ist der Anteil der Bundesbürger, die zukünftig mehr sparen wollen, leicht gestiegen (+1,5 Prozentpunkte) und liegt aktuell bei 8,8 Prozent. Anders als in der Vorwelle ist es nicht nur die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen, die überdurchschnittlich häufig angibt, das Sparvolumen künftig zu erhöhen (+13 Prozentpunkte). Auch in der Zielgruppe der 30- bis 39-Jährigen liegt der Anteil zukünftiger „Mehr-Sparer“ zu Jahresbeginn über dem Durchschnitt (+6 Prozentpunkte).

Der Anteil der Bundesbürger, die beabsichtigen, an ihrem Sparverhalten nichts zu ändern, ist im Vergleich zu den Vorwellen zum dritten Mal in Folge tendenziell leicht gesunken (-1,1 Prozentpunkte auf 70,7 Prozent). 

3.1. Gründe für steigendes Sparvolumen (Anteile in %)

Gründe für steigendes Sparvolumen 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15
Allgemeines Sparen für die Zukunft/Notgroschen/Reserve: 37,4 26,2 22,0 39,3 16,1 26,3 24,8 20,0 24,6 23,1
Berufliche Veränderungen/ Einkommensänderung: 18,3 23,2 34,9 18,2 36,6 24,3 16,9 22,3 22,2 28,0
Größere Anschaffungen: 15,1 26,0 21,9 23,1 15,2 22,1 23,3 16,5 14,1 18,9
Urlaub: 13,7 21,0 11,0 18,0 9,9 24,4 16,8 8,5 10,5 19,5
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 9,9 14,6 14,4 11,9 8,6 10,6 8,3 4,7 21,6 6,6
Unsichere Altersvorsorge: 9,1 9,2 13,6 9,0 8,2 12,1 8,0 7,5 4,9 9,8
Steigende Ausgaben: 8,3 7,1 17,8 18,4 12,4 12,6 8,4 15,7 6,9 9,7
Steigendes Konsumbedürfnis: 7,9 12,8 7,7 10,3 8,7 7,7 11,7 7,0 11,2 14,5
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 7,6 5,7 4,6 2,8 6,8 4,9 5,5 6,5 4,0 2,1
Arbeitslosigkeit: 2,4 6,4 6,3 2,0 0,1 0,5 5,9 2,3 4,8 2,2
Allgemeine wirtschaftliche und politische Situation: 1,5 5,8 4,8 9,2 3,7 9,9 6,0 2,7 3,3 6,9

Der „Notgroschen“ führt im März 2018 die Rangreihe der Begründungen für eine steigende Sparneigung mit aktuell 37,4 Prozent der Nennungen an. Dies ist im Vergleich zur Vorwelle ein deutlicher Anstieg von 11,2 Prozentpunkten. Auf Platz zwei der Rangliste folgt mit aktuell 18,3 Prozent der Nennungen die „Einkommensänderung“. Diese Begründung verzeichnet damit einen moderaten Rückgang an Nennungen (-4,9 Prozentpunkte). Mit einem deutlichen Rückgang von 10,9 Prozentunkten im Vergleich zum Oktober 2017 liegt auf Platz drei der Rangreihe die Begründung „größere Anschaffungen“. Dieses Motiv erhält aktuell 15,1 Prozent der Nennungen.  

Neben den größeren Anschaffungen werden auch weitere konsumorientierte Motive im Vergleich zum Oktober 2017 eher seltener genannt („steigender Konsum“: -4,9 Prozentpunkte; „Urlaub/Reisen“: -7,3 Prozentpunkte). Diese Entwicklung bestätigt sich auch im Vergleich zum Oktober 2016.

Auch wenn der „Notgroschen“ als Begründung für eine steigende Sparneigung die Rangliste anführt, sind weitere Motive, die eine gewisse wirtschaftliche Unsicherheit der Bundesbürger widerspiegeln, im Vergleich zum Oktober 2017 eher unauffällig („unsichere Altersvorsorge“, „steigende Lebenshaltungskosten“, „Arbeitslosigkeit“).

Unter Personen, die zukünftig mehr sparen wollen, finden sich überdurchschnittlich viele Männer, Mitglieder jüngerer Altersgruppen (14-39 Jahre), Personen mit einer mittleren / hohen Schulbildung sowie Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1.000 € und 1.500 €.

3.2. Gründe für sinkendes Sparvolumen (Anteile in %)

Gründe für sinkendes Sparvolumen 1/18 3/17 2/17 1/17 3/16 2/16 1/16 3/15 2/15 1/15
Steigende Ausgaben/ Lebenshaltungskosten: 21,4 22,2 19,2 20,6 22,5 32,3 28,8 24,5 25,3 24,9
Sparen macht keinen Sinn: 21,4 16,2 15,0 14,1 11,4 15,6 10,6 9,2 16,9 16,5
Berufliche/ Einkommensänderung: 11,1 8,9 18,2 7,5 6,9 6,9 12,3 5,0 12,1 15,4
Unsichere Altersvorsorge: 9,8 13,1 15,6 12,1 6,3 11,1 12,0 9,2 7,5 7,0
Fehlende Einkommenssteigerungen/ Einkommenseinbußen: 9,4 12,1 20,8 19,7 12,9 17,9 21,2 15,6 22,0 15,1
Größere Anschaffungen: 9,2 10,4 9,7 10,9 3,6 3,8 6,6 8,5 4,0 8,8
Immobilienerwerb/ Modernisierung: 8,1 11,1 7,5 13,9 10,0 7,5 10,5 2,6 9,9 4,7
Allgemeine politische und wirtschaftliche Situation: 7,8 5,4 11,2 18,1 13,6 9,7 8,5 13,5 11,6 11,1
Urlaub: 7,3 11,2 12,8 6,9 3,2 13,3 11,4 2,4 6,5 7,9
Arbeitslosigkeit: 6,7 4,7 5,0 2,6 4,4 14,2 1,4 7,3 5,3 5,5
Steigendes Konsumbedürfnis: 4,1 12,2 13,4 11,8 12,6 5,0 3,5 12,8 6,2 8,5

Auf Platz 1 der Begründungen für ein zukünftig sinkendes Sparvolumen liegen im Oktober 2017 die "steigenden Lebenshaltungskosten" mit aktuell 22,2 Prozent der Nennungen. Auf Platz zwei folgt mit einer nahezu unveränderten Anzahl an Nennungen die Motivlage "Sparen macht keinen Sinn" (-1,2 Prozentpunkte).

"Berufliche Veränderung" mit aktuell 8,9 Prozent der Nennungen und „fehlende Einkommenssteigerungen“ (aktuell 12,1 Prozent) sind die Begründungen, die im Vergleich zur Vorwelle den stärksten Rückgang zu verzeichnen haben.

Die "allgemeine politische/wirtschaftliche Situation" wird nicht mehr so kritisch gesehen. Mit -5,4 Prozentpunkten wird sie deutlich seltener zur Begründung für eine sinkende Sparneigung genannt als noch im Juni 2017.

Die Gruppe, die zukünftig weniger sparen möchte, ist stärker geprägt durch "mittlere Altersjahrgänge" (30-49 Jahre), hat in der Tendenz eine geringere Schulbildung und ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen.

4. Ausblick

Zum Jahresbeginn 2018 bestätigt sich beim Anteil der Sparer das niedrige Niveau der Vorwelle. Er fällt mit aktuell 44,5 Prozent deutlich geringer aus als noch im März 2017.

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März 2018 zum zweiten Mal in Folge gesunken. Die Unternehmen sind ihrer aktuellen Geschäftslage unzufriedener, klagen jedoch augenscheinlich auf hohem Niveau. Sorge bereiten unterdessen zunehmend protektionistische Tendenzen im Welthandel, was den Ausblick trübt. Auch die Konsumlaune der privaten Haushalte ist im Frühjahr 2018 erheblich gedämpft. 

Die Ergebnisse aus dem aktuellen Sparklima legen nahe, dass die Sparneigung der Bundesbürger im Moment schwach ausgeprägt ist. Die Unsicherheit im Sparverhalten, die zuletzt im März/Juni 2017 offensichtlich war, kehrt zurück und der Konsum verliert bei den Begründungen für ein zukünftig steigendes Sparvolumen an Bedeutung. Mittelfristig wird mit einem langsamen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der EZB gerechnet. Vor diesem Hintergrund reagieren die Bürger offenbar abwartend – in der Hoffnung auf höhere Zinsen bleibt das Geld auf dem Girokonto. Für die Zukunft wird es spannend sein zu verfolgen, ob sich beim Sparzweck „Wohneigentum“ der seit 2013 anhaltende, über das Jahr gesehene kontinuierliche Rückgang als Begründung für das eigene Sparen fortsetzt.


[1] https://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/facts/Survey-Results/Business-Climate/Geschaeftsklima-Archiv/2017/Geschaeftsklima-20170925.html 
https://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/facts/Forecasts.html

[2] http://www.gfk.com/de/insights/press-release/konsumklima-sinkt-leicht/

 

 

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Alexander Nothaft
Leiter Kommunikation
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