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Sparklimaindex

Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

Das Marktforschungsinstitut Kantar GmbH fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten. Die Ergebnisse der 72. Umfrage im Juni 2021 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern, die jeweils im März, Juni sowie Oktober eines jeden Jahres stattfindet, wurden folgende Fragen gestellt:

  • Sparen Sie für einen bestimmten Zweck und wenn ja, wofür?
  • Welche Absichten bestehen für Sie für das zukünftige Sparverhalten?
  • Welche Gründe gibt es für Sie für ein steigendes oder
    sinkendes Sparverhalten in der Zukunft?

1.   Sparer/Nichtsparer

Zur Mitte des Jahres 2021 liegt der Anteil der Deutschen, die für einen bestimmten Zweck sparen, mit aktuell 41,9 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit dem Sommer 2014 (40,0 Prozent). Erklärt werden kann dies vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie: Während die einen sparen mussten, um über die Runden zu kommen, konnten andere ihr Geld schlichtweg nicht ausgeben. Nun wird wieder mehr investiert und konsumiert.

Während in der Vorwelle (März 2021) die Sparquote bei Frauen und Männern auf einem vergleichbaren Niveau lag (43 Prozent vs. 44 Prozent), geben Frauen im Juni 2021 häufiger an zu sparen, als Männer dies tun (45 Prozent vs. 39 Prozent).

Insbesondere unter jungen Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern zwischen 14 und 29 Jahren (61 Prozent) sowie bei Deutschen zwischen 30 und 39 Jahren (54 Prozent) ist der Spareranteil überdurchschnittlich hoch. Darüber hinaus steigt die Sparquote mit steigender Schulbildung und hängt erwartungsgemäß auch stark von der Einkommenssituation ab.

2. Sparziele

SParziele2/211/213/202/201/203/19 2/19
Altersvorsorge: 49,854,856,054,354,755,752,8
Konsum/Anschaffungen 
(Autokauf o. ä.):
53,349,752,344,854,351,051,0
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum:38,945,044,242,242,039,328,9
Kapitalanlage:26,626,728,527,230,724,128,1
Notgroschen/Reserve:5,97,16,17,45,84,83,9
Ausbildung der Kinder:1,92,74,02,52,13,02,8
Sonstiges:5,45,28,54,76,35,66,5

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 %, da die Befragten teilweise mehrere Sparziele angaben.)

„Konsum“ ist diesmal der absolute Spitzenreiter bei den Sparzielen (53,3 Prozent). Das Motiv „Altersvorsorge“ erreicht im Juni 2021 nur 49,8 Prozent der Nennungen. Auf Rang drei folgt das Wohneigentum (38,9 Prozent), das von deutlich weniger Befragten genannt wird als im März 2021 (-6,1 %-Punkte) und im Juni 2020 (-5,3 %-Punkte).

Die Bedeutung des Konsummotivs steigt im Vorwellen- und Jahresvergleich (+3,6 %-Punkte bzw.+ 1 %-Punkt) und nimmt seit 2018 zum ersten Mal wieder Rang 1 ein. Ein Zusammenhang mit den im Juni 2021 gelockerten Corona Auflagen und den damit wachsenden Konsum-Möglichkeiten vor Ort liegt nahe.

Die „Kapitalanlage“ wird aktuell von 26,6 Prozent der Bevölkerung genannt und liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie im März 2021 und Juni 2020.

Die Dominanz einzelner Sparzwecke korreliert mit dem Alter der Befragten:
Während Jüngere unter 30 Jahren primär sparen, um ein Konsumbedürfnis zu erfüllen (71 Prozent, +10 Prozentpunkte im Vergleich zum März 2021), dominiert bei den älteren Befragten ab 40 Jahren das Motiv Altersvorsorge (40 bis 49 Jahre: 67 Prozent, 50 bis 59 Jahre: 76 Prozent). In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen wird „Wohneigentum“ am häufigsten genannt (48 Prozent) (allerdings dicht gefolgt von „Altersvorsorge“ (45 Prozent) und „Konsum“ (44 Prozent)).

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage über das künftige Sparverhalten gab es folgende Antworten (Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten2/211/213/202/201/203/192/19
Mehr:8,610,29,87,110,89,67,7
Weniger:11,912,211,311,48,68,110,0
Etwa gleich viel:71,569,468,171,671,069,470,0
Weiß nicht und keine Angabe:8,18,210,89,89,712,912,3

71,5 Prozent der Bundesbürger planen zukünftig genauso viel zu sparen wie bisher (+3,1 % Punkte im Vergleich zum März 2021). Der Anteil der Bundesbürger, die angeben, zukünftig weniger zurücklegen zu wollen, liegt aktuell bei 11,9 Prozent und bleibt damit auf dem Niveau der Vorwelle. Auf der anderen Seite sind es 8,6 Prozent, die künftig mehr sparen möchten. Die Abweichung zum März 2021 fällt hier durchschnittlich aus (-1,6 %-Punkte). Der Sparklima-Index fällt entsprechend wieder negativ aus. (Der Sparklima-Index ist definiert als die Differenz zwischen dem Anteil der zukünftigen Mehrsparer und der Gruppe der Bundesbürger, die zukünftig weniger sparen wollen. Er liefert somit eine Prognose über die zukünftige Entwicklung der Sparquote.)

Gerade die jüngeren Befragten zwischen 14 und 29 Jahren sind es, die sich vornehmen, in den nächsten Monaten mehr zu sparen (22%). Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil der Befragten, die zukünftig mehr sparen wollen. Unter den Befragten, die älter als 60 Jahre sind, liegt der Anteil nur noch bei 2%.

4. Ausblick

Der ifo Geschäftsklimaindex ist auch im Juni 2021 deutlich gestiegen.  Die Coronakrise habe die deutsche Wirtschaft abgeschüttelt, weshalb die Unternehmen weitaus optimistischer auf die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr schauten, teilt das ifo-Institut mit.

Ob diese Einschätzung und Entwicklung nachhaltig sein wird bzw. welche Branchen sich evtl. nicht erholen, wird sich zeigen. Die Corona-Pandemie ist nach wie vor nicht überstanden und wird deshalb auch weiterhin unser wirtschaftliches, politisches und gesellschaftliches Handeln sowie den persönlichen Bereich jedes Einzelnen beeinflussen.

Durch die Lockerungen in diversen Bereichen haben die Bundesbürger wieder die Möglichkeit, Geld für Restaurants, Freizeitaktivitäten, Urlaub etc. auszugeben. Das schlägt sich auch im Anstieg der Bedeutung der Konsumausgaben als Sparzweck nieder.

Dennoch wird die weitere Entwicklung des Sparklimas auch weiterhin vom Pandemiegeschehen beeinflusst. Entscheidend wird dabei der Fortschritt der Impfkampagne und die Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland und dem Rest der Welt sein.