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Sparklimaindex

Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

KANTAR TNS fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten. Die Ergebnisse der 65. Umfrage im März 2019 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern 
wurden folgende Fragen gestellt:

  • Wie ist das bei Ihnen, sparen Sie derzeit für
    einen bestimmten Zweck?
  • Zu welchem Zweck?
  • Werden Sie in den nächsten Monaten mehr,
    weniger oder etwa gleich viel sparen?
  • Wie wollen Sie zukünftig Ihr Geld anlegen?

1.   Sparer/Nichtsparer

Anfang des Jahres 2019 spart jeder zweite Deutsche für einen bestimmten Zweck. Damit setzt sich der Trend, der sich bereits zum Ende des Jahres 2018 angedeutet hat, weiter fort. Während im Oktober 2018 noch 48,3 Prozent der Befragten angaben, für einen bestimmten Zweck zu sparen, sind es aktuell 49,5 Prozent. Dies ist die höchste Quote seit Ende des Jahres 2014.

Im Vergleich zum Vorjahr (März 2018) steigt die Sparquote um 4,7 Prozentpunkte.

2. Sparziele

Sparziele1/193/182/181/183/172/171/17
Konsum/Anschaffungen 
(Autokauf o. ä.):
52,755,456,559,851,153,960,6
Altersvorsorge:52,557,153,050,651,757,857,7
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum:35,340,336,836,840,746,042,3
Kapitalanlage:26,227,325,525,723,726,628,5
Notgroschen/Reserve:4,74,23,74,75,43,33,4
Ausbildung der Kinder:4,32,41,92,13,43,22,9
Sonstiges:6,65,25,47,03,85,25,0

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 Prozent, d. h., es wurden teilweise mehrere Sparziele angegeben.) 

Wie bisher dominieren die Sparmotive „Altersvorsorge“ und „Konsum“ unter der deutschen Bevölkerung:

Jeweils mehr als jeder zweite Zwecksparer gibt diese Motive als Grund des Sparens an. Etwas mehr als jeder dritte Zwecksparer nennt „Wohneigentum“ als Sparmotiv, etwas mehr als jeder vierte Zwecksparer „Kapitalanlage“.

Trotz der im Vergleich zum Oktober insgesamt gestiegenen Sparquote verlieren diese Motive in der aktuellen Befragungswelle an Bedeutung. Dies gilt insbesondere für das Wohneigentum, das nunmehr noch von 35,3 Prozent der Befragten genannt wird, im Oktober waren es noch 40,3 Prozent. Auch die Nennung der Sparzwecke „Konsum“ und „Altersvorsorge“ sinkt im Vergleich zum Oktober (Konsum -2,7 Prozentpunkte; Altersvorsorge -4,6 Prozentpunkte).

Dafür steigt die Nennung von sonstigen Sparzwecken an. Im Vergleich zum Oktober letzten Jahres sparen also etwas mehr Bundesbürger, allerdings tun sie dies zum einen fokussierter, sparen also seltener für mehrere Zwecke zugleich, zum anderen rücken andere, bislang seltener genannte Sparziele in den Vordergrund.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage hinsichtlich des künftigen Sparverhaltens ergaben sich folgende Antworten (Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten1/193/182/181/183/172/171/17
Mehr:9,59,26,48,87,38,17,7
Weniger:10,610,610,78,911,410,710,3
Etwa gleich viel:70,268,971,070,771,872,773,5
Weiß nicht und keine Angabe:10,011,08,011,69,76,08,5

Anfang 2019 geben sieben von zehn Bundesbürgern an, genauso viel sparen zu wollen wie bisher. Elf Prozent geben an, zukünftig weniger sparen zu wollen und 9 Prozent planen, zukünftig mehr zu sparen. Die Abweichungen zum Oktober letzten Jahres fallen mit +1,3 Prozentpunkten beim konstanten Sparvorhaben und -0,3 Prozentpunkten beim gesteigerten Sparvorhaben moderat aus.

4. Ausblick

Der ifo Geschäftsklimaindex sinkt seit August 2018 stetig, wenn auch nicht besonders stark. Die Unternehmen schätzen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die zukünftige Entwicklung ihres Geschäfts innerhalb der nächsten sechs Monate schlechter ein als bislang. Hintergrund ist neben dem so genannten Brexit der anhaltende Handelskonflikt zwischen China und den USA. Mittlerweile sagen die „Wirtschaftsweisen“ das Ende der Hochkonjunktur in Deutschland voraus und erwarten für 2019 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um nur noch 0,8 Prozent. Auch wenn von einer Rezession aufgrund der robusten Binnenkonjunktur noch nicht auszugehen sei, sind Effekte auf das Sparverhalten der Deutschen denkbar, dafür ist die gestiegene Bedeutung des „Notgroschens“ ein Indiz.