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Sparklimaindex

Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

Das Marktforschungsinstitut Kantar GmbH fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten. Die Ergebnisse der 67. Umfrage im Oktober 2019 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern, die jeweils im März, Juni sowie Oktober eines jeden Jahres stattfindet, wurden folgende Fragen gestellt:

  • Sparen Sie für einen bestimmten Zweck und wenn ja, wofür?
  • Welche Absichten bestehen für Sie für das zukünftige Sparverhalten?
  • Welche Gründe gibt es für Sie für ein steigendes oder
    sinkendes Sparverhalten in der Zukunft

1.   Sparer/Nichtsparer

Im Herbst 2019 steigt der Anteil der Deutschen, die für einen bestimmten Zweck sparen, im Vergleich zum Juni 2019 um drei Prozentpunkte auf aktuell 46,0 Prozent an. Mit diesem Anstieg wiederholt sich der saisonale Effekt aus 2018, allerdings in einem etwas geringeren Ausmaß.

2. Sparziele

Sparziele3/19 2/19 1/19 3/18 2/18 1 /18 3/17
Altersvorsorge: 55,7 52,8 52,5 57,1 53,0 50,6 51,7
Konsum/Anschaffungen 
(Autokauf o. ä.):
51,0 51,0 52,7 55,4 56,5 59,8 51,1
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum:39,3 28,9 35,3 40,3 36,8 36,8 40,7
Kapitalanlage:24,1 28,1 26,2 27,3 25,5 25,7 23,7
Notgroschen/Reserve:4,8 3,9 4,7 4,2 3,7 4,7 5,4
Ausbildung der Kinder:3,0 2,8 4,3 2,4 1,9 2,1 3,4
Sonstiges:5,6 6,5 6,6 5,2 5,4 7,0 3,8

(Mehrfachnennung möglich)

Wie bisher dominieren die Sparmotive „Altersvorsorge“ und „Konsum“ in der deutschen Bevölkerung:

Dabei verzeichnet das Sparmotiv „Altersvorsorge“ einen leichten Anstieg von 2,9 Prozentpunkten auf aktuell 55,7 Prozent der Nennungen. Vier von zehn Bundesbürgern nennen das „Wohneigentum“ als Sparmotiv, etwa jeder vierte Zwecksparer die „Kapitalanlage“.

Die im Vergleich zum Juni 2019 gestiegene Sparquote spiegelt sich am ehesten in Veränderungen am Anteil der Bundesbürger wider, die aktuell „Altersvorsorge“ oder „Wohneigentum“ als Sparmotive nennen.

Den deutlichsten Anstieg im Vergleich zum (historischen) Tiefststand im Juni 2019 verzeichnet das Sparmotiv „Wohneigentum“ mit einem Plus von 10,4 Prozentpunkten auf 39,3 Prozent.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage über das künftige Sparverhalten gab es folgende Antworten
(Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten3/192/191/193/182/181/183/17
Mehr:9,67,79,29,56,88,87,3
Weniger:8,110,010,610,610,78,911,4
Etwa gleich viel:69,470,070,268,971,070,771,8
Weiß nicht und keine Angabe:12,912,310,011,08,011,69,4

Im Herbst 2019 beabsichtigen rund sieben von zehn Bundesbürgern, zukünftig genauso viel zu sparen wie bisher. Fast jeder Zehnte gibt an, zukünftig mehr sparen zu wollen. Auf der anderen Seite sind es etwa acht Prozent, die künftig weniger zurücklegen möchten. Die Abweichungen zum Juni 2019 fallen mit +1,9 bzw. -1,9 Prozentpunkten zwar gering aus, jedoch überwiegt zum ersten Mal im Sparklima der Anteil der zukünftigen „Mehrsparer“ die Gruppe der Bundesbürger, die angibt, zukünftig weniger sparen zu wollen. Der Sparklima-Index dreht somit zum ersten Mal in den positiven Bereich.

Der Sparklima Index ist definiert als die Differenz zwischen dem Anteil der zukünftigen Mehrsparer und der Gruppe der Bundesbürger, die zukünftig weniger sparen wollen. Er liefert somit eine Prognose über die zukünftige Entwicklung der Sparquote.

4. Ausblick

Der ifo Geschäftsklimaindex ist zuletzt leicht gestiegen, allerdings auf niedrigem Niveau. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts macht der Abschwung in Deutschland eine Pause.

Neben dem drohenden Brexit sowie dem anhaltenden Handelskonflikt zwischen Europa, China und den USA tragen auch die getrübten Aussichten in den Einschätzungen relevanter Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland zu dieser Einschätzung bei: Die Wirtschaftsweisen in Deutschland prognostizieren aktuell das Ende der Hochkonjunktur in Deutschland und erwarten für 2019 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um nur noch 0,8 Prozent. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dies im Konsum- und Sparverhalten der Bundesbürger niederschlägt. Auch wenn von einer Rezession noch nicht auszugehen sei, könnten schlechte Wirtschaftsnachrichten einen psychologischen Effekt auf die Stimmung der Deutschen haben. Demgegenüber steht das Konsumklima, welches lt. GfK vom August (noch) der Konjunkturschwäche trotzt.