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Sparklimaindex

Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

Das Marktforschungsinstitut KANTAR fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten. Die Ergebnisse der 66. Umfrage im Juni 2019 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern, die jeweils im März, Juni sowie Oktober eines jeden Jahres stattfindet, wurden folgende Fragen gestellt:

  • Sparen Sie für einen bestimmten Zweck und wenn ja, wofür?
  • Welche Absichten bestehen für Sie für das zukünftige Sparverhalten?
  • Welche Gründe gibt es für Sie für ein steigendes oder
    sinkendes Sparverhalten in der Zukunft

1.   Sparer/Nichtsparer

Zur Mitte des Jahres 2019 sinkt der Anteil der Deutschen, die für einen bestimmten Zweck sparen, deutlich auf 43,2 Prozent. Im Vergleich zu März 2019 bedeutet dies einen Rückgang um 6,3 Prozentpunkte.

Der Anteil der Zwecksparer liegt damit nur noch knapp über der historischen Tiefstmarke von 40 Prozent aus dem Juni 2014.

2. Sparziele

Sparziele2/19 1/19 3/18 2/18 1/18 3/17 2/17
Altersvorsorge: 52,8 52,5 57,1 53,0 50,6 51,7 57,8
Konsum/Anschaffungen 
(Autokauf o. ä.):
51,0 52,7 55,4 56,5 59,8 51,1 53,9
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum:28,9 35,3 40,3 36,8 36,8 40,7 46,0
Kapitalanlage:28,1 26,2 27,3 25,5 25,7 23,7 26,6
Notgroschen/Reserve:3,9 4,7 4,2 3,7 4,7 5,4 3,3
Ausbildung der Kinder:2,8 4,3 2,4 1,9 2,1 3,4 3,2
Sonstiges:6,5 6,6 5,2 5,4 7,0 3,8 5,2

(Mehrfachnennung möglich)

Wie bisher dominieren die Sparmotive „Altersvorsorge“ und „Konsum“ in der deutschen Bevölkerung: Jeweils mehr als jeder zweite Zwecksparer gibt diese Motive als Grund des Sparens an. Etwas weniger als jeder dritte Befragte nennt „Wohneigentum“ als Sparmotiv, etwas mehr als jeder vierte „Kapitalanlage“.

Trotz der im Vergleich zum März 2019 gesunkenen Zwecksparerquote sind die Veränderungen bei den Sparmotiven „Altersvorsorge“ und „Konsum“ gering.

Einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum März 2019 hat das Sparmotiv „Wohneigentum“ mit nunmehr 28,9 Prozent der Nennungen zu verzeichnen. Dieses Sparmotiv wird so selten genannt wie zuletzt vor 20 Jahren.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage über das künftige Sparverhalten gab es folgende Antworten
(Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten2/191/193/182/181/183/172/17
Mehr:7,79,29,56,88,87,38,1
Weniger:10,010,610,610,78,911,410,7
Etwa gleich viel:10,070,268,971,070,771,872,7
Weiß nicht und keine Angabe:7,710,011,08,011,69,46,0

Zur Mitte des Jahres 2019 beabsichtigen sieben von zehn Bundesbürgern, zukünftig genauso viel zu sparen wie bisher. Jeder zehnte gibt dagegen an, zukünftig weniger sparen zu wollen. Auf der anderen Seite sind es acht Prozent, die künftig mehr sparen möchten. Der Anteil der Sparer, die mehr beiseitelegen wollen, sinkt um 1,5 Prozentpunkte. Der Anteil der Sparer, die weniger auf die hohe Kante legen können, sinkt um 0,6 Prozentpunkte.

4. Ausblick

Der ifo Geschäftsklimaindex sinkt seit August 2018 stetig. Im Juni 2019 sank der Index erneut auf den niedrigsten Stand seit Ende 2014. Die Stimmung in der Wirtschaft verschlechtert sich in entscheidenden Branchen.

Neben dem anstehenden Brexit trägt insbesondere der Handelskonflikt zwischen Europa, China und den USA zur Eintrübung der konjunkturellen Aussichten bei. Die so genannten Wirtschaftsweisen prognostizieren aktuell das Ende der Hochkonjunktur in Deutschland und erwarten für 2019 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um nur noch 0,8 Prozent. Dies schlägt unmittelbar durch auf die Laune der Bundesbürger: Auch wenn von einer Rezession noch nicht auszugehen sei, könnten schlechte Wirtschaftsnachrichten einen psychologischen Effekt haben. Ausstrahlungseffekte auf das Sparverhalten der Deutschen sind denkbar, zumal die Deutschen aktuell wieder mehr Geld als Notgroschen zurücklegen. Auch laut GfK-Konsumklima-Index von Juni ist die „bislang ungebrochene“ Kauflaune der Bundesbürger zum zweiten Mal in Folge gesunken. Die Angst vor dem Jobverlust drücke die Stimmung der Deutschen.