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Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

Das Marktforschungsinstitut Kantar GmbH fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Deutschen nach ihrem Sparverhalten. Die Ergebnisse der 70. Umfrage im Oktober 2020 liegen nun vor.

Bei dieser repräsentativen Befragung von 2.006 Bundesbürgern, die jeweils im März, Juni sowie Oktober eines jeden Jahres stattfindet, wurden folgende Fragen gestellt:

  • Sparen Sie für einen bestimmten Zweck und wenn ja, wofür?
  • Welche Absichten bestehen für Sie für das zukünftige Sparverhalten?
  • Welche Gründe gibt es für Sie für ein steigendes oder
    sinkendes Sparverhalten in der Zukunft

1.   Sparer/Nichtsparer

Im Oktober 2020 liegt der Anteil der Deutschen, die für einen bestimmten Zweck sparen, mit aktuell 46,6 Prozent über dem Niveau der Sommerbefragung (+2,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Juni 2020). Im Vorjahresvergleich gibt es einen marginalen Anstieg um 0,6 Prozentpunkte.

2. Sparziele

SParziele3/202/201/203/192/19 1/19 3/18
Altersvorsorge: 56,054,354,755,752,852,5 57,1
Konsum/Anschaffungen 
(Autokauf o. ä.):
52,344,854,351,051,052,755,4
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum:44,242,242,039,328,9 35,340,3
Kapitalanlage:28,527,230,724,128,126,227,3
Notgroschen/Reserve:6,17,45,84,8 3,94,74,2
Ausbildung der Kinder:4,02,52,13,02,84,32,4
Sonstiges:8,54,76,35,66,56,65,2

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 %, da die Befragten teilweise mehrere Sparziele angaben.)

Wie bisher dominiert das Sparmotiv „Altersvorsorge“. Der „Konsum“ gewinnt im Vergleich zum Juni 2020 deutlich an Relevanz.

Das Sparmotiv „Altersvorsorge“ verzeichnet im Vergleich zur Vorwelle einen leichten Anstieg (+1,7 Prozentpunkte). Das Sparmotiv „Konsum“ zeigt sich nach einem starken Rückgang im Juni 2020 zum Zeitpunkt der Befragung wieder etwas erholt: Dieses Motiv wird aktuell von 52,3 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger als Motiv genannt. (+7,5 Prozentpunkte).

Beim „Wohneigentum“ bestätigt sich das Niveau der Vorwelle. Es wird mit aktuell 44,2 Prozent häufiger genannt als im Juni (+2,0 Prozentpunkte). Im Vergleich zum Oktober 2019 fällt der Anstieg noch deutlicher aus (+4,9 Prozentpunkte).

Auch die „Kapitalanlage“ wird mit aktuell 28,5 Prozent von den Sparern etwas häufiger genannt als in der Sommerbefragung (+1,3 Prozentpunkte).

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage über das künftige Sparverhalten gab es folgende Antworten (Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten3/202/201/203/192/191/193/18
Mehr:9,87,110,89,67,79,29,5
Weniger:11,311,48,68,110,010,610,6
Etwa gleich viel:68,171,671,069,470,070,268,9
Weiß nicht und keine Angabe:10,89,89,712,912,310,011,0

Der Anteil der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, die angeben, ihr Sparverhalten zukünftig nicht ändern zu wollen, ist aktuell rückläufig (-3,5 Prozentpunkte). Weiterhin beabsichtigen knapp sieben von zehn (68,1 Prozent), zukünftig genauso viel sparen zu wollen wie bisher. Der Anteil derjenigen, die angeben, zukünftig mehr sparen zu wollen, steigt um 2,7 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent nach einem Rückgang im Juni. Es sind unverändert 11,3 Prozent, die angeben, künftig weniger zurückzulegen. der Sparklima-Index fällt entsprechend leicht negativ aus.

Der Sparklima Index ist definiert als die Differenz zwischen dem Anteil der zukünftigen Mehrsparer und der Gruppe der Bundesbürger, die zukünftig weniger sparen wollen. Er liefert somit eine Prognose über die zukünftige Entwicklung der Sparquote.

4. Ausblick

Im Frühsommer zeigten sich die Verbraucher wieder optimistischer, jedoch ist „die zum Teil kräftige Erholung der Stimmung vom Frühsommer dieses Jahres zum Stillstand gekommen und lässt das Konsumklima wieder abrutschen.“ Das GfK Konsumklima vom Oktober konstatiert, „der Optimismus der deutschen Verbraucher“ schwinde. (https://www.gfk.com/de/presse/Furcht-vor-erneut-Lockdown-laesst-Konsumklima-schwaecheln?hsLang=de)

Das aktuelle COVID-19 Barometer von Kantar zeigt, dass sich die Menschen auf eine globale Rezession einstellen. Eine schnelle Erholung wird nicht erwartet, eine Mehrheit hegt „die Befürchtung, dass es lange dauern wird, bis sich die Wirtschaft erholt (61 Prozent)“. Aufgrund der erwarteten schweren Zeiten sparen die Menschen und stellen größere Anschaffungen und Urlaubspläne zurück. (https://www.kantar.com/inspiration/coronavirus/covid-19-barometer-shows-consumers-are-in-for-the-long-haul)

Auch in den Ergebnissen zum aktuellen Sparklima spiegeln sich die Auswirkungen der Coronakrise wider. Die Sparquote erweist sich dabei als relativ robust, sie steigt im Vergleich zur Vorwelle. Der Konsum gewinnt als Sparmotiv. Weiterhin werden geplante Veränderungen im Sparverhalten seltener mit konsumorientierten Aussagen begründet. Auffallend ist, dass eine zukünftig steigende Sparneigung mit der Rücklage für Notzeiten begründet wird.