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Sparklimaindex

Sparklima – Das Sparverhalten der Bundesbürger

Das Marktforschungsinstitut Kantar GmbH fragt drei Mal jährlich im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen seit 1997 die Menschen in Deutschland nach ihrem Sparverhalten.

Repräsentative Befragung von 2.006 Bundesbürgern, die jeweils im März, Juni sowie Oktober eines jeden Jahres stattfindet. Es wurden folgende Fragen gestellt:

  • Sparen Sie für einen bestimmten Zweck und wenn ja, wofür?
  • Welche Absichten bestehen für Sie für das zukünftige Sparverhalten?
  • Welche Gründe gibt es für Sie für ein steigendes oder sinkendes Sparverhalten in der Zukunft?

1.   Sparer/Nichtsparer

Nach dem Tal von 40 Prozent Anfang 2023 zeigt sich mit 42,2 Prozent nun ein Jahr später eine leichte Aufwärtsbewegung beim zweckgebundenen Sparen.

Der Anteil derjenigen, die für einen bestimmten Zweck sparen, liegt am höchsten bei den 30-39-Jährigen mit einem Anteil von 53 Prozent (ähnlich 2023 mit 54 Prozent). Die jüngste Altersgruppe der 14-29-Jährigen hat mit ihren 47 Prozent ebenso einen konstanten Wert zu verzeichnen. Im Jahresvergleich hat sich auch in den restlichen Altersgruppen nur wenig bewegt: Bei den 40-49-Jährigen ist ein leichter Rückgang (-3 Prozentpunkte), bei den 50-59-Jährigen ein kräftiger Anstieg (+6 Prozentpunkte) zu verzeichnen, ebenso bei den über 60-Jährigen (+3 Prozentpunkte).

Bei der Sparquote gibt es im Hinblick auf die Schulbildung einen Überholvorgang des oberen Bildungsabschlusses (47 Prozent) durch die mit mittlerem Abschluss (48 Prozent). Eine Annäherung konnte bereits über mehrere Wellen beobachtet werden.

Zeigte sich noch vor einem Jahr ein deutlicher Unterschied der Geschlechter beim zweckgebundenen Sparen (Frauen 45 Prozent, Männer 35 Prozent), kam es bereits im Oktober 2023 zu einer Annäherung zwischen Frauen (42 Prozent) und Männern (39 Prozent), die nun nach dem ersten Quartal 2024 in 43 Prozent bzw. 41 Prozent mündet.

Zwischen West mit 43 Prozent und Ost mit 36 Prozent hat sich ein Unterschied aufgetan – lagen beide Regionen noch vor einem Jahr praktisch gleichauf (40 bzw. 41 Prozent).

Die Sparneigung ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 2.500 Euro liegt bei einem Anteil von knapp 50 Prozent und somit rund 15 Prozentpunkte über dem Durchschnitt.

2. Sparziele

SParziele1/243/232/231/233/222/221/22
Altersvorsorge: 57,256,156,751,256,056,859,4
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
45,440,741,346,741,849,353,4
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum:41,841,537,435,837,444,044,2
Kapitalanlage:40,325,927,830,129,333,033,4
Notgroschen/Reserve:3,63,67,578,65,95,0
Ausbildung der Kinder:2,42,84,13,62,42,73,8
Sonstiges:4,65,53,86,33,85,26,4

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 %, da die Befragten teilweise mehrere Sparziele angaben.)

In der Gesamtbetrachtung liegt die Altersvorsorge unangefochten mit 57,2 Prozent vorne, gefolgt von Konsum mit 45,4 Prozent (West 44 Prozent, Ost 53 Prozent). Wohneigentum ist mit 41,8 Prozent auf dem gleichen Niveau wie schon im Oktober 2023, nachdem es im März 2023 noch auf 35,8 Prozent lag. Die Kapitalanlage konnte sich von März 2023 mit 30,1 Prozent kräftig um 10,2 Prozentpunkte auf 40,3 Prozent im März 2024 steigern – das ist der höchste Wert seit März 2008 (42,9 Prozent).

Eine recht große Differenz im Sparzweck der Altersvorsorge sieht man zwischen der Gruppe bis 29 Jahre mit 28 Prozent (im März 2023 noch 39 Prozent) und der Gruppe der 30-39-Jährigen mit 65 Prozent (im Vorjahr noch 54 Prozent). Bei der jüngsten Altersgruppe liegt Konsum aktuell bei 63 Prozent, der nächsthöhere Sparzweck ist dann erst wieder die Kapitalanlage mit 29 Prozent.

Hauptsparzweck der 40-49-Jährigen ist mit 73 Prozent die Altersvorsorge, gefolgt von Wohneigentum mit 57 Prozent. Die 50-59-Jährigen sparen ebenfalls mit 73 Prozent für die Altersvorsorge, investieren neben 50 Prozent für Wohneigentum jedoch auch mit 52 Prozent in Kapitalanlagen.

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage über das künftige Sparverhalten gab es folgende Antworten (Anteile in Prozent):

Zukünftiges Sparverhalten1/243/232/231/233/222/221/22
Mehr:9,48,18,87,48,97,910,1
Weniger:13,613,615,813,825,214,615,0
Etwa gleich viel:68,964,763,668,160,167,765,2
Weiß nicht und keine Angabe:8,313,611,810,75,89,87,5

68,9 Prozent der Befragten planen, in Zukunft in gleichem Umfang zu sparen wie bisher – ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 68,1 Prozent, um im Anschluss über den Sommer mit 63,6 Prozent und den Herbst mit 64,7 Prozent wieder auf diesem Niveau anzukommen.

Es sind mit 20 Prozent noch immer hauptsächlich die jüngeren Befragten von 14-29 Jahren, die das Ziel haben, in den nächsten Monaten mehr zu sparen (22 Prozent im Vorjahr). Mit zunehmendem Alter – mit leichtem „Peak“ bei den 40-49-Jährigen – sinkt tendenziell der Anteil derer, die ihre Sparquote erhöhen möchten.

4. Ausblick

Die Tagesschau zitiert das ifo-Institut mit den Worten „Die deutsche Wirtschaft kann dem ifo-Institut zufolge eine Rezession womöglich noch vermeiden – wenn auch nur denkbar knapp.“ [1]

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März 2024 gestiegen, wenngleich der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe weiter rückläufig war. Im Dienstleistungssektor, vor allem in Transport und Logistik sowie im Gastgewerbe, ging es bergauf. [2]

Das Institut spricht von einer gewissen Normalisierung. Die Hoffnung ruht auf positiven Faktoren wie der Aussicht auf konjunkturstimulierende Zinssenkungen, dem Verzicht auf Preiserhöhungen durch die Unternehmen und eine damit verbundene Steigerung der Realeinkommen. Auch der Export als Zugpferd der deutschen Wirtschaft könnte an Dynamik gewinnen.

[1] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/ifo-geschaeftsklima-maerz-100.html

[2] https://www.ifo.de/fakten/2024-03-22/ifo-geschaeftsklimaindex-gestiegen-maerz-2024