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Repräsentative Befragung von 2.006 Bundesbürgern, die jeweils im März, Juni sowie Oktober eines jeden Jahres stattfindet. Es wurden folgende Fragen gestellt:

  • Sparen Sie für einen bestimmten Zweck und wenn ja, wofür?
  • Welche Absichten bestehen für Sie für das zukünftige Sparverhalten?
  • Welche Gründe gibt es für Sie für ein steigendes oder sinkendes Sparverhalten in der Zukunft?

1. Sparer / Nichtsparer

Das zweckgebundene Sparen hat weiter zugelegt und liegt nun mit 49,2 Prozent auf einem Niveau wie seit 7 Jahren nicht mehr. Der Anteil derjenigen, die für einen bestimmten Zweck sparen entspricht in dieser Welle genau dem Anteil derjenigen, die nicht sparen. Es zeichnet sich also eine klare Zweiteilung der Bevölkerung in Zwecksparer und Nichtsparer ab.

Der höchste Anteil der Sparer liegt in den Gruppen der 14- bis 29-Jährigen und 40- bis 49-Jährigen (jeweils 62 Prozent), mit Abstand gefolgt von der Altersdekade der 30- bis 39-Jährigen mit 51 Prozent. Wie gewohnt sinkt der Anteil der Zwecksparer ab 50 Jahren (44 Prozent) bzw. noch deutlicher ab 60 Jahren (38 Prozent). Die Gruppe der Schüler führt auch in dieser Welle das Feld der Zwecksparer an, noch vor denjenigen mit mittlerem und höherem Bildungsabschluss: sie geben mit 67 Prozent an, zweckgebunden zu sparen. Befragte mit niedrigem Bildungsabschluss bilden wie gewohnt das Schlusslicht (45 Prozent).

Der sich in den letzten Wellen abzeichnende Trend, dass Männer anteilig gleich häufig oder häufiger als Frauen zweckgebunden sparen, hat sich auch in der 1. Welle 2026 bestätigt (Männer 50 Prozent, Frauen 48 Prozent).

Der Osten hat sich bzgl. des Anteils an Personen, die zweckgebunden sparen, auf hohem Niveau stabilisiert und sich den westlichen Bundesländern nahezu angeglichen (49,3 Prozent in West vs. 48,6 Prozent in Ost). Die zweckgebundene Sparneigung ab einem Haushaltseinkommen von 2.500 Euro liegt bei einem Anteil von 56 Prozent um 7 Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller Zwecksparer, und ist damit im Jahresvergleich etwas höher (53 Prozent in Welle 1 2025).

2. Sparziele

SPARZIELE 1/26 3/25 2/25 1/25 3/24 2/24 1/24
Altersvorsorge: 58,9 62,9 59,9 60,6 55,8 57,5 57,2
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
43,3 47,8 44,1 46,4 44,7 44,7 45,4
Erwerb/Renovierung von Wohneigentum: 36,4 37,5 33,0 39,0 32,5 43,0 41,8
Kapitalanlage: 34,8 39,8 33,8 35,3 32,1 32,8 40,3
Notgroschen/Reserve: 3,3 7,7 6,2 5,5 9,5 5,7 3,6
Ausbildung der Kinder: 2,2 2,5 2,9 4,0 3,0 3,6 2,4
Sonstiges: 6,7 7,2 6,1 7,6 3,5 7,9 4,6

(Die Summe dieser Anteile ergibt mehr als 100 Prozent, da die Befragten teilweise mehrere Sparziele angaben.)

„Altersvorsorge“ als wichtigste Motivation zum Sparen stabilisiert sich mit 58,9 Prozent auf leicht niedrigerem Niveau im Vergleich zu den Vorwellen, am deutlichsten in der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen, die kurz vor dem Renteneintritt stehen. Vor einem Jahr lag der Wert für „Altersvorsorge“ noch bei 59,9 Prozent und im Oktober 2025 auf einem Top-Wert von 62,9 Prozent. Sparen zum Zwecke des „Konsums“ rangiert mit deutlichem Abstand auf Rang 2 (43,3 Prozent), gefolgt vom Sparen für Wohneigentum (36,4 Prozent) und „Kapitalanlagen“ (34,8 Prozent). Im Jahresvergleich zeigt sich ebenfalls ein leichter Abfall beim Sparen für Konsumzwecke und für den Erwerb von Wohneigentum.

Insgesamt haben alle Sparzwecke im Jahresvergleich leicht abgenommen.

Beim Sparen für die Altersvorsorge gibt es nur marginale Unterschiede zwischen den Geschlechtern (59 Prozent bei den Frauen vs. 58 Prozent bei den Männern). Deutliche Verschiebungen zu den Werten in Welle 1 von 2025 gibt es zwischen West und Ost. Während noch vor einem Jahr mehr Personen im Osten angaben, für die Altersvorsorge zu sparen (Ost 62 Prozent, West 60 Prozent), ist dieser Wert kontinuierlich gesunken und liegt in dieser Erhebung lediglich bei 55 Prozent im Osten vs. 60 Prozent im Westen. Der typische Sparer, der für sein Alter zurücklegt, kommt aus dem Westen, ist zwischen 50 und 59 Jahren alt und hat Abitur oder Studium.

Das Sparen für Konsumzwecke bleibt eine vorrangige Domäne der mittleren (40-49 Jahre: 48 Prozent) sowie der jüngsten Zielgruppe (58 Prozent), bei denen Konsum und Reisen sowie das Sparen für die eigene Ausbildung und den Führerschein die Hauptmotive darstellen. Während die Relevanz von Konsum-Sparen im Westen im Jahresvergleich nahezu unverändert ist (44 bzw. 45 Prozent), sinkt sie im Osten um ganze 13 Prozentpunkte (von 52 Prozent im März 2025 auf 39 Prozent aktuell).

Das Sparen für Wohneigentum bzw. Renovierungen weist in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen den höchsten Anteil auf (auf dem 2. Rang hinter dem Sparen für die Altersvorsorge).

Das Sparen zum Zwecke der Kapitalanlage (Total 35 Prozent) ist am weitesten im Westen verbreitet (36 Prozent West vs. 27 Prozent Ost), tendenziell eher bei Männern (38 Prozent vs. 31 Prozent bei Frauen) und in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen (52 Prozent) mit Abitur/Studium (46 Prozent).

3. Künftiges Sparverhalten

Auf die Frage über das künftige Sparverhalten gab es folgende Antworten (Anteile in Prozent):

ZUKÜNFTIGES SPARVERHALTEN 1/26 3/25 2/25 1/25 3/24 2/24 1/24
Mehr: 10,3 14,4 11,3 11,2 9,4 8,3 9,1
Weniger: 9,7 10,2 10,4 14,6 13,0 12,2 13,6
Etwa gleich viel: 69,8 69,9 68,0 66,7 70,2 68,9 68,9
Weiß nicht und keine Angabe: 10,1 5,6 10,4 7,5 7,4 10,5 8,3

Unter den Befragten planen 69,8 Prozent, zukünftig etwa gleich viel zu sparen wie bisher. Damit liegt der Wert auf demselben Niveau wie in der Vorwelle im Oktober 2025 und zeigt eine stabile Tendenz über die letzten 2 Jahre.

Die Tatsache, dass der Sparklima-Index trotzdem gesunken ist, liegt daran, dass der Anteil der Mehrsparer nach dem hohen Wert im Oktober 2025 um 4 Prozentpunkte gefallen ist. Die Anteile derjenigen, die mehr bzw. weniger sparen wollen, sind in dieser Welle mit jeweils 10 Prozent identisch.

Der Sparklima-Index[1] ist mit 0,6 weiter leicht positiv, ist aber nach der sehr guten Entwicklung im Herbst 2025 (4,2) unter das Niveau von Mitte 2025 (0,9) zurückgefallen.

Die Annäherung des Index für West und Ost zeigt sich auch in dieser Erhebung. Am höchsten fällt der Index in den Gruppen der 14- bis 29- und 40- bis 49-Jährigen aus, bei denen der Anteil derjenigen, die in den nächsten Monaten mehr sparen wollen, deutlich überwiegt (Index bei 10,5 bei den Jüngsten bzw. 11,5 in der mittleren Zielgruppe). Bei einem Haushaltseinkommen über 2.500 Euro steigt der Wert wie gewohnt deutlich an.

[1] Der Sparklima-Index ist definiert als die Differenz zwischen dem Anteil der zukünftigen Mehrsparer und der Gruppe der Bundesbürger, die zukünftig weniger sparen wollen. Er liefert somit eine Prognose über die zukünftige Entwicklung der Sparquote.

3.1.        Gründe für steigendes Sparvolumen (Anteile in Prozent)

1/26 3/25 2/25 1/25 3/24 2/24 1/24

Allgemeines Sparen für die Zukunft/Notgroschen/Reserve:

39,9 33,6 20,0 37,5 34,9 27,0 34,7
Berufliche Veränderungen/Einkommensänderung:
35,5 30,6 39,6 32,8 32,1 15,6 33,4
Steigende Ausgaben:
23,5 14,9 14,5 18,7 11,4 15,0 17,2
Unsichere Altersvorsorge:
21,7 23,7 13,9 20,3 7,3 19,1 22,9
Größere 

Anschaffungen:

15,4 18,6 9,8 10,8 11,7 10,6 16,8
Allgemeine politische und
wirtschaftliche Situation:
13,4 9,2 10,2 10,6 14,1 11,5 17,0
Fehlende Einkommenssteigerungen/Einkommenseinbußen:
12,1 8,8 9,2 10,6 7,4 5,0 12,8
Urlaub: 8,8 11,6 7,7 9,2 12,7 10,6 17,9
Arbeitslosigkeit:
4,9 3,9 4,2 0,7 0,4 4,4
Immobilienerwerb/Modernisierung:
4,9 13,7 14,2 17,6 15,2 15,5 18,5
Steigendes Konsumbedürfnis:
0,9 9,7 5,0 2,4 6,9 8,2 4,4

Das Sparen für den Notgroschen sowie berufliche Veränderungen / Einkommenssteigerungen sind weiterhin die mit Abstand wichtigsten Gründe für steigende Sparaktivität. Auffällig ist aber, dass (vermutlich antizipierte) steigende Lebenshaltungskosten verstärkt dazu führen, Geld zur Seite zu legen (besonders bei denen mit höherem Einkommen: 28 Prozent vs. 19 Prozent bei denjenigen mit weniger als 2.500 Euro) Dieser Grund hat sogar die unsichere Altersvorsorge vom dritten Platz verdrängt.

Im Vergleich zur letzten Erhebung sowie ebenfalls im Jahresvergleich sind es weiterhin die 4 oben genannten Motive, die die größte Rolle spielen. Das Thema Immobilienerwerb/ Modernisierung 4,9 Prozent) verzeichnet dagegen den größten Rückgang – sowohl im Vergleich zur Erhebung im Herbst 2025 als auch im Jahresvergleich.

3.2.        Gründe für sinkendes Sparvolumen

1/26 3/25 2/25 1/25 3/24 2/24 1/24

Steigende Ausgaben/Lebenshaltungskosten:

63,7 46,2 34,4 46,0 36,0 47,7 39,4
Berufliche Veränderung/ Einkommensänderung: 17,4 14,2 12,2 12,1 14,7 12,4 12,4
Fehlende Einkommenssteigerungen/Einkommenseinbußen:
16,2 21,4 19,6 24,1 17,7 14,9 19,4
Allgemeine politische und wirtschaftliche Situation:
10,6 17,3 5,1 13,2 13,7 11,8 17,3
Größere Anschaffungen:
10,0 6,3 6,1 5,4 13,1 5,3 5,8
Urlaub:
9,3 5,2 7,0 10,9 3,8 8,7 10,0
Immobilienerwerb/Modernisierung:
6,8 5,2 6,2 16,4 12,7 6,1 9,4
Steigendes Konsumbedürfnis:
5,2 6,3 6,4 7,8 4,6 3,3 7,8
Unsichere Altersvorsorge:
5,0 5,8 5,1 9,1 7,7 15,4 19,5
Arbeitslosigkeit: 2,9 6,9 8,5 8,1 6,3 1,1 4,0
Sparen macht keinen Sinn:
2,5 9,9 11,4 12,7 13,9 16,5 17,5

Steigende Lebenshaltungskosten sind aber auch der wichtigste Grund, weniger zu sparen, Dieser Wert hat sich im Vergleich zu Vorwelle, aber auch im Jahresvergleich deutlich um 17,5 Prozentpunkte erhöht. In den einkommensschwächeren Gruppen fällt dieser Wert nochmal höher aus (82 Prozent zu 41 Prozent bei denjenigen mit einem Einkommen > 2.500 Euro).

Berufliche Veränderungen/Einkommensveränderungen sind mit deutlichem Abstand der zweitwichtigste Grund für eine sinkende Sparaktivität. Auch scheint es im Vergleich zu Oktober 2025 und auch im Jahresvergleich vermehrt zu größeren Anschaffungen gekommen zu sein, die als Grund für eine sinkende Sparneigung angegeben werden.

4. Ausblick

Der Irankrieg hat unter Verbrauchern und Unternehmen große Unsicherheiten erzeugt, insbesondere mit Blick auf Inflation und Kostenbelastung der Wirtschaft. Er beherrscht die aktuelle Stimmungslage und trübt die konjunkturellen Aussichten.

Während das ifo-Institut noch im Februar einen gestiegenen Geschäftsklimaindex verzeichnete, hat sich die Stimmung unter den Unternehmen im März deutlich verschlechtert.[2] Nach 88,4 Punkten im Februar sank der Index im März auf 86,4 Punkte. Die Unsicherheit unter den Unternehmen nahm spürbar zu, da der Krieg im Iran vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung beendete.

Am stärksten betroffen sind energieintensive Industrien, Tourismus und Logistik sowie der Handel, wo Inflationssorgen der Bürger die Aussichten trübten, obwohl die Händler mit dem laufenden Geschäft etwas zufriedener seien.

Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima deutlich verschlechtert. Die Erwartungen erlebten den stärksten Rückgang seit März 2022. Die aktuelle Lage wurde hingegen positiver beurteilt.

Besonders in der deutschen Exportwirtschaft hat sich die Stimmung im März verschlechtert. „Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit unter den Exporteuren merklich erhöht.“ [3] sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Viele Unternehmen befürchteten eine sinkende Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten.

[2] https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-03-25/ifo-geschaeftsklimaindex-gesunken-maerz-2026

[3] https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-03-26/ifo-exporterwartungen-gefallen-maerz-2026

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Germaine Dahlmann

Leiterin Kommunikation

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