Repräsentative Befragung von 2.006 Bundesbürgern, die jeweils im März, Juni sowie Oktober eines jeden Jahres stattfindet. Es wurden folgende Fragen gestellt:
- Sparen Sie für einen bestimmten Zweck und wenn ja, wofür?
- Welche Absichten bestehen für Sie für das zukünftige Sparverhalten?
- Welche Gründe gibt es für Sie für ein steigendes oder sinkendes Sparverhalten in der Zukunft?
Das zweckgebundene Sparen liegt wie in der Vorwelle auf gleichbleibend hohem Niveau. Erneut entspricht der Anteil derjenigen, die für einen bestimmten Zweck sparen exakt dem Anteil derjenigen, die nicht zweckgebunden sparen.
Die 30-39-Jährigen stellen mit 64 Prozent die größte Gruppe der Zwecksparer dar. Die jüngere Altersgruppe sowie die beiden älteren Dekaden (49-49 Jahre und 50-59 Jahre) weisen in der Juni-Erhebung mit 54 Prozent bzw. 55 Prozent fast identische Anteile auf. Erst in der Altersgruppe 60+ sinkt die Sparneigung gewohnt deutlich ab (33 Prozent).
Bildungsniveau und Sparneigung korrelieren in dieser Welle deutlich: während diejenigen mit Abitur/Studium einen Anteil von 55 Prozent beim Zwecksparen aufweisen, sinkt das Niveau auf 51 Prozent bei mittlerem und auf 41 Prozent bei niedrigem Bildungsabschluss. Schüler befinden sich mit 46 Prozent im Mittelfeld.
Frauen überholen beim zweckgebundenen Sparen in dieser Welle mit etwas über 49 Prozent die Männer (knapp 48 Prozent). Im Osten sinkt der Anteil der Personen, die zweckgebunden sparen (45 Prozent) unter das Niveau in den alten Bundesländern (49 Prozent).
Ab einem Haushaltseinkommen von 2.500 Euro liegt der Anteil der Zwecksparer bei 51 Prozent und ist damit um 10 Prozentpunkte höher als bei denjenigen mit niedrigerem Einkommen. Im Jahresvergleich bleiben die Anteile stabil.

2. Sparziele
| SPARZIELE | 2/26 | 1/26 | 3/25 | 2/25 | 1/25 | 3/24 | 2/24 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Altersvorsorge: | 57,7 | 58,9 | 62,9 | 59,9 | 60,6 | 55,8 | 57,5 |
|
Konsum/Anschaffungen
(Autokauf o. ä.):
|
43,1 | 43,3 |
47,8
|
44,1 | 46,4 | 44,7 | 44,7 |
| Erwerb/Renovierung von Wohneigentum: | 38,8 | 36,4 | 37,5 | 33,0 | 39,0 | 32,5 | 43,0 |
| Kapitalanlage: | 34,8 | 34,8 | 39,8 | 33,8 | 35,3 | 32,1 | 32,8 |
| Notgroschen/Reserve: | 6,8 | 3,3 | 7,7 | 6,2 | 5,5 | 9,5 | 5,7 |
| Ausbildung der Kinder: |
3,3
|
2,2 | 2,5 | 2,9 | 4,0 | 3,0 | 3,6 |
| Sonstiges: | 7,0 | 6,7 | 7,2 | 6,1 | 7,6 | 3,5 | 7,9 |
Die Altersvorsorge führt mit 57,7 Prozent weiterhin die Liste der Sparzwecke an, es zeigt sich im Verlauf der letzten Erhebungen allerdings eine leicht sinkende Tendenz. Die Bedeutung von Wohneigentum steigt dagegen wieder kontinuierlich an: von 33,0 Prozent im Juni 2025 über 36,4 Prozent in der Vorwelle bis hin zu aktuell 38,8 Prozent (vergleichbar mit März 2025). Das Sparen für Konsumzwecke (43,1 Prozent) sowie zur Kapitalanlage (34,8 Prozent) bleiben auf stabilem Niveau.
Den 40-49-Jährigen und den 50-59-Jährigen ist das Sparen für die Altersvorsorge (73 Prozent und 71 Prozent) überdurchschnittlich wichtig. Frauen (58 Prozent) und Männer (57 Prozent) weisen hierbei nur geringe Unterschiede auf. Im Ost/West-Vergleich knüpfen die Werte wieder an frühere Erhebungen an, in denen die Sparquote für die Altersvorsorge im Osten höhere Werte aufwies: im Juni 2026 60 Prozent Ost vs. 57 Prozent West. Bildungsniveau und das Sparen zur Altersvorsorge korrelieren hier erneut: während knapp 66 Prozent der Befragten mit höchstem Bildungsabschluss Geld für die Altersvorsorge zurücklegen, sind es im mittleren Segment 62 Prozent und bei Befragten mit niedrigem Bildungsniveau nur noch 46 Prozent.
Die jüngste Zielgruppe der 14-29-Jährigen ist mit 60 Prozent deutlich am stärksten vertreten, wenn es um das Sparen für Konsumzwecke geht (über alle Kategorien hinweg der wichtigste Sparzweck bei den jungen Befragten). Im Ost/West-Vergleich zeigt sich ein ähnliches Bild wie in der letzten Erhebung, mit einem höheren Anteil von 44 Prozent im Westen vs. 40 Prozent im Osten. Frauen weisen im Vergleich zu den Männern eine leicht höhere Sparneigung für Konsumzwecke auf (44 Prozent vs. 42 Prozent).
Das Sparen für Wohneigentum bzw. Renovierungen ist mit 56 Prozent in der Gruppe der 40-49-Jährigen am stärksten vertreten, gefolgt von den 30-39-Jährigen (48 Prozent). Frauen sparen zu diesem Zweck mit 42 Prozent deutlich häufiger als Männer (35 Prozent).
Das Sparen zum Zwecke der Kapitalanlage (unverändert zur letzten Welle bei insgesamt 34,8 Prozent) liegt im Osten diesmal mit 38 Prozent auf einem höheren Niveau im Vergleich zu 34 Prozent im Westen. Zwischen den Geschlechtern gibt es keine Unterschiede (jeweils 35 Prozent). Die Altersgruppen 50-59 Jahre (30 Prozent) und 60+ Jahre (24 Prozent) sparen zum Zwecke der Kapitalanlage dagegen unterdurchschnittlich. Dies trifft noch stärker auf Befragte mit geringem Bildungsabschluss zu (12 Prozent).
3. Künftiges Sparverhalten
Auf die Frage über das künftige Sparverhalten gab es folgende Antworten (Anteile in Prozent):
| ZUKÜNFTIGES SPARVERHALTEN | 2/26 | 1/26 | 3/25 | 2/25 | 1/25 | 3/24 | 2/24 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mehr: | 9,1 | 10,3 | 14,4 | 11,3 | 11,2 | 9,4 | 8,3 |
| Weniger: | 12,5 | 9,7 | 10,2 | 10,4 | 14,6 | 13,0 | 12,2 |
| Etwa gleich viel: | 71,4 | 69,8 | 69,9 | 68,0 | 66,7 | 70,2 | 68,9 |
| Weiß nicht und keine Angabe: | 7,0 | 10,1 | 5,6 | 10,4 | 7,5 | 7,4 | 10,5 |
71,4 Prozent – und damit ein seit Anfang 2025 (66,7 Prozent) kontinuierlicher steigender Anteil von Befragten – geben an, ihr Sparverhalten zukünftig nicht zu verändern. Gleichzeitig erleben wir zum ersten Mal seit 4 Erhebungswellen wieder eine Trendumkehr im Verhältnis derjenigen, die angeben mehr (9,1 Prozent) bzw. weniger (12,5 Prozent) sparen zu wollen.
Der Sparklima-Index, der noch im Herbst 2025 einen Höchststand von 4,2 erreicht hatte, sinkt erneut in Folge und liegt nun wieder im negativen Bereich (-3,4), auf einem vergleichbar niedrigen Niveau wie in der ersten Erhebungswelle 2025.
Der Index sinkt im Osten überdurchschnittlich stark auf -5,1, da hier der Anteil der Mehr-Sparer im Vergleich zum Westen deutlich abnimmt (7,2 Prozent vs. 9,5 Prozent in West). Während in den jüngeren Zielgruppen (14-29: 7,0 Prozent und 30-39: 8,2 Prozent) der Anteil der Mehr-Sparer den Anteil der Wenig-Sparer noch deutlich übertrifft, zeigt sich ein umgekehrtes Bild bei allen Altersgruppen ab 40 Jahre. Bei den 50-59-Jährigen ist der Anteil derjenigen, die angeben weniger sparen zu wollen, sogar doppelt so hoch wie der Anteil derjenigen, die mehr zurücklegen wollen. Und selbst in den höheren Einkommensgruppen fällt der Spar-Index in dieser Erhebung negativ aus.
3.1. Gründe für steigendes Sparvolumen (Anteile in Prozent)
| 2/26 | 2/26 | 3/25 | 1/25 | 3/25 | 3/24 | 2/24 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Berufliche Veränderungen Einkommensänderung:
|
33,1 | 35,5 | 30,6 | 39,6 | 32,8 | 32,1 | 15,6 |
|
Allgemeines Sparen für die Zukunft/Notgroschen/Reserve:
|
30,1 | 39,9 | 33,6 | 20,0 | 37,5 | 34,9 | 27,0 |
|
Größere
Anschaffungen:
|
16,0 | 15,4 | 18,6 | 9,8 | 10,8 | 11,7 | 10,6 |
|
Urlaub:
|
14,1 | 8,8 | 11,6 | 7,7 | 9,2 | 12,7 | 10,6 |
|
Steigende Ausgaben:
|
13,8 | 23,5 | 14,9 | 14,5 | 18,7 | 11,4 | 15,0 |
|
Unsichere Altersvorsorge:
|
10,6 | 21,7 | 23,7 | 13,9 | 20,3 | 7,3 | 19,1 |
|
Allgemeine politische und
wirtschaftliche Situation:
|
10,4 | 13,4 | 9,2 | 10,2 | 10,6 | 14,1 | 11,5 |
| Arbeitslosigkeit: | 4,7 | 4,9 | 3,9 | – | 4,2 | 0,7 | 0,4 |
|
Immobilienerwerb/Modernisierung:
|
4,2 | 4,9 | 13,7 | 14,2 | 17,6 | 15,2 | 15,5 |
|
Steigendes Konsumbedürfnis:
|
4,1 | 0,9 | 9,7 | 5,0 | 2,4 |
6,9
|
8,2 |
|
Fehlende
Einkommenssteigerungen/Einkommenseinbußen:
|
1,5 | 12,1 | 8,8 |
9,2
|
10,6
|
7,4 |
5,0
|
Berufliche Veränderungen/Einkommenssteigerungen sowie das Sparen für den Notgroschen sind wie gewohnt die mit Abstand wichtigsten Gründe für steigende Sparaktivität. In dieser Welle allerdings auf fast gleichem Niveau, mit 33,1 Prozent (Berufliche Veränderungen) vs. 30,1 Prozent (Notgroschen).
Es scheint im Vergleich zur Märzerhebung, die von großen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt war, eine gewisse Entspannung in der Stimmung eingekehrt zu sein. Die hohen Werte der letzten Welle für „Notgroschen“ (nun 30,1 Prozent vs. 39,9 Prozent in Welle 1) „Steigende Lebenshaltungskosten“ (13,8 Prozent vs. 23,5 Prozent in Welle 1), „Unsichere Altersvorsorge (10,6 Prozent vs. 21,7 Prozent in Welle 1) und „Politische & wirtschaftliche Situation (10,4 Prozent vs. 13,4 Prozent in Welle 1) sind wieder zurückgegangen.
Die Deutschen scheinen verstärkt für Konsumzwecke sparen zu wollen bzw. aufgrund höherer Preise sparen zu müssen: das Sparen für größere Anschaffungen und für Urlaub/Reisen finden sich auf dem 3. bzw. 4 Rang.
Auffällig ist auch, wenn man die Werte im Jahresvergleich betrachtet, dass „Immobilienerwerb/Modernisierung“ mit 4,2 Prozent vs. 14,2 Prozent im Juni 2025 als Grund für eine steigende Sparneigung kaum noch eine Rolle spielt.
3.2. Gründe für sinkendes Sparvolumen
| 2/26 | 1/26 | 3/25 | 2/25 | 1/25 | 3/24 | 2/24 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Steigende Ausgaben/Lebenshaltungskosten:
|
43,4 | 63,7 | 46,2 | 34,4 | 46,0 | 36,0 | 47,7 |
| Fehlende Einkommenssteigerungen/Einkommenseinbußen: | 16,2 | 16,2 | 21,4 | 19,6 | 24,1 | 17,7 | 14,9 |
|
Steigendes Konsumbedürfnis:
|
14,4 | 5,2 | 6,3 |
6,4
|
7,8 |
4,6
|
3,3 |
|
Allgemeine politische und wirtschaftliche Situation:
|
13,7 | 10,6 | 17,3 | 5,1 | 13,2 | 13,7 |
11,8
|
|
Unsichere Altersvorsorge:
|
13,7 | 5,0 | 5,8 | 5,1 | 9,1 | 7,7 | 15,4 |
|
Sparen macht keinen Sinn:
|
10,6 | 2,5 | 9,9 | 11,4 | 12,7 | 13,9 | 16,5 |
|
Immobilienerwerb/Modernisierung:
|
9,0 | 6,8 | 5,2 | 6,2 | 16,4 | 12,7 | 6,1 |
|
Größere Anschaffungen:
|
7,3 | 10,0 | 6,3 | 6,1 | 5,4 | 13,1 | 5,3 |
|
Urlaub:
|
6,0 | 9,3 | 5,2 | 7,0 | 10,9 | 3,8 | 8,7 |
| Berufliche Veränderung/ Einkommensänderung: | 5,3 | 17,4 |
14,2
|
12,2 | 12,1 | 14,7 | 12,4 |
|
Arbeitslosigkeit:
|
1,0 | 2,9 | 6,9 | 8,5 | 8,1 | 6,3 | 1,1 |
Steigende Lebenshaltungskosten sind weiterhin mit Abstand der wichtigste Grund, weniger zu sparen. Gegenüber der letzten Erhebung (63,7 Prozent) ist der Wert allerdings wieder auf ein moderateres Niveau (43,4 Prozent) zurückgefallen. Fehlende Einkommenssteigerungen (16,2 Prozent), steigender Konsum, die politische & wirtschaftliche Situation (13,7 Prozent) sowie eine unsichere Altersvorsorge (13,7 Prozent) folgen auf den Plätzen dahinter. Steigender Konsum als Grund für eine abnehmende Sparneigung steigt in der Juni-Erhebung von 5,2 Prozent (März 2026) auf 14,4 Prozent.
Im Jahresvergleich zeigt sich eine Zunahme der Werte in nahezu allen Kategorien, d. h. es gibt eine Fülle an wichtiger werdenden Gründen, weniger zu sparen. Einzig berufliche Gründe/Einkommenseinbußen weisen eine geringere Bedeutung auf (16,2 Prozent im Juni 2026 vs. 19,6 Prozent im Juni 2025).
4. Ausblick
Nach seinem Tiefststand von 84,5 im April 2026 ist der ifo Geschäftsklimaindex im Juni auf 85,6 angestiegen.
Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen hat sich verbessert, da die aktuelle Lage positiver bewertet wird und auch die Erwartungen weniger skeptisch ausfallen. Die Unternehmen schätzen das Umfeld als weniger unsicher ein und die deutsche Wirtschaft hofft auf eine Entspannung der weltpolitischen Situation.[1]
Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima verbessert, da die Erwartungen weniger pessimistisch ausfallen. Trotzdem klagen viele Unternehmen weiterhin über fehlende Aufträge.
Nach dem Tiefpunkt im Frühjahr des Jahres hat sich auch die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft etwas verbessert. Dennoch seien die Exporteure weiterhin skeptisch, ob die geopolitische Unsicherheit nachhaltig abnimmt, sagt Klaus Wohlrabe, der Leiter der ifo Umfragen. Auch die internationale Konkurrenz sei weiterhin stark.[2]
Darüber hinaus planen weniger Unternehmen, ihre Preise zu erhöhen. „Sinkende Energiepreise, zu denen die Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten zusätzlich beigetragen haben, scheinen die Unternehmen zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage gemacht zu haben. Allerdings dürften die Produzenten- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiterhin steigen“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.[3]
[1] https://www.ifo.de/fakten/2026-06-24/ifo-geschaeftsklimaindex-gestiegen-juni-2026
[2] https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-06-25/ifo-exporterwartungen-leicht-gestiegen-juni-2026
[3] https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-06-30/weniger-firmen-wollen-ihre-preise-erhoehen
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