Sparmotiv „Kapitalanlage“ mit höchstem Stand seit 2008

– Frühjahrsumfrage 2024 der privaten Bausparkassen –

Sparmotiv „Kapitalanlage“ mit höchstem Stand seit 2008 – Frühjahrsumfrage 2024 der privaten Bausparkassen –

vdpb_sparmotive_D_fruehjahr_2024 (PDF, 209,8 kB)

Altersvorsorge, (späterer) Konsum und Wohneigentum waren in den letzten Jahren meist mit Abstand die wichtigsten Sparmotive. Deutlich herangerückt ist jetzt das Sparmotiv „Kapitalanlage“. Das ist das auffälligste Ergebnis der Frühjahrsumfrage 2024 zum Sparverhalten der Bundesbürger. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar befragte dazu im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen zum 80. Mal mehr als 2.000 Personen ab 14 Jahren.

Die „Altersvorsorge“ ist nach wie vor das wichtigste Sparmotiv für die Befragten. 57,2 Prozent nannten es in der Frühjahrsumfrage – nach 56,1 Prozent im Herbst 2023. Auf Platz 2 folgt jetzt wieder der „Konsum“ – verstanden als Sparen für spätere größere Anschaffungen. Dieses Sparmotiv legte um 5 Prozentpunkte auf 45,4 Prozent zu. Das „Wohneigentum“ erreichte mit 41,8 Prozent nach 41,5 Prozent zuvor erneut den schon klassischen 3. Platz. Der größte Gewinner dieser Befragung ist die „Kapitalanlage“. Dieses Sparmotiv kommt auf 40,3 Prozent. Im Herbst waren es erst 26,9 Prozent. Ein Wert von über 40 Prozent wurde zuletzt im März 2008 erreicht – ein halbes Jahr vor dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehmann Brothers, der den Höhepunkt der

damaligen weltweiten Finanzkrise markierte. In den letzten zehn Jahren lag der Wert immer unter 35 Prozent.  

„Die Preissteigerungen werden nach Aussage der Deutschen Bundesbank noch länger höher ausfallen werden als lange Zeit üblich“, erklärte dazu Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen. „Wer Geld übrig hat, um es längerfristig anzulegen, achtet deshalb heute stärker auf Ertragschancen.“

Das Sparmotiv „Notgroschen“ nennen unverändert 3,6 Prozent. „Ausbildung der Kinder“ kommt auf 2,4 nach 2,8 Prozent.  

Verband der Privaten Bausparkassen bestätigt Vorstand

Verband der Privaten Bausparkassen bestätigt Vorstand

PM 3-2024_Neuer Vorstand (PDF, 437,8 kB)

Bernd Hertweck (56) ist für weitere drei Jahre als Vorstandsvorsitzender des Verbands der Privaten Bausparkassen e.V. wiedergewählt worden. Dem ehrenamtlichen Verbandsvorstand gehört er seit 2013 an. 2018 übernahm er den Vorsitz. Hertweck ist Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot Bausparkasse AG und Leiter des Geschäftsfelds Wohnen im Wüstenrot & Württembergische-Konzern.

In den Verbandsvorstand wiedergewählt wurden Mike Kammann (49), Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Dietmar König (57), Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse AG, und Jörg Phlippen (63), Mitglied des Vorstands der Debeka Bausparkasse AG. Kammann und König kamen im November 2023 neu in den Verbandsvorstand, Phlippen gehört ihm seit Mai 2021 an.

Ganz oben auf der Agenda des Verbands stehen drei Themen: Wohneigentumsbildung als sozialer Auftrag; Reform der staatlich geförderten Eigenheimrente sowie Erhöhung der energetischen Sanierungsrate für mehr Klimaschutz.

v. l. n. r. Mike Kammann, Bernd Hertweck, Jörg Phlippen, Dietmar König

Dem Verband gehören neun bundesweit tätige private Bausparkassen mit über 14 Millionen Verträgen an. 2023 wurden über eine Million neue Verträge mit einer Bausparsumme von 66,5 Milliarden Euro abgeschlossen und fast 30 Milliarden Euro an Baugeldern ausgezahlt.

Top Geldanlagen 2024

Berlin: In Zeiten einer sich abschwächenden Konjunktur verbessert sich die Kauflaune kaum. Sparen ist bei den Bürgern wieder angesagt. Das ist das Ergebnis einer jährlichen Umfrage zum Sparverhalten der Bundesbürger. Kantar befragte dazu im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen erneut mehr als 2.000 Personen im Alter von über 14 Jahren.

Das Girokonto erreicht 2024 wieder die Spitzenposition mit 41 Prozent und konnte gegenüber 2023 um drei Prozentpunkte zulegen. Unverändert auf Platz 2 steht das Sparbuch. 35 Prozent legen darauf ihr Geld an – nach 33 Prozent im Vorjahr. Auf Platz 3 mit 28 Prozent stehen, mit einem Zuwachs von acht Prozentpunkten, kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeldkonten/Festgeldkonten/Termingelder. 2023 nahmen sie erst Platz 7 ein.

Auf Platz 4 folgen erneut Renten- und Kapitallebensversicherungen mit 27 Prozent nach zuvor 24 Prozent. Von 22 auf 27 Prozent verbesserten sich die Investmentfonds. Sie erreichten damit ebenfalls Platz 4.

Platz 5 belegen gemeinsam Aktien und Immobilien mit je 23 Prozent. Dabei verzeichneten die Aktien ein Plus von drei Prozentpunkten, während die Immobilien zwei Prozentpunkte verloren.  

Beim Bausparvertrag zeigt sich mit jetzt 22 Prozent nach zuvor 23 Prozent eine stabile Entwicklung. Wichtiger als der Zins in der Ansparphase ist hier der damit verknüpfte niedrige Darlehenszins. Die Riester-Rente kommt 2024 auf 20 Prozent nach 17 Prozent 2023. Auf dem letzten Platz liegen weiterhin Festverzinsliche Wertpapiere, die jetzt von 12 Prozent der Befragten genannt werden, was einem Plus von vier Prozentpunkten entspricht.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen damit acht von zehn Anlageformen ein zum Teil deutliches Plus und nur zwei ein leichtes Minus. „Angesichts eines schwachen Wirtschaftswachstums halten die Bürger ihr Geld zusammen. Sicher und kurzfristig verfügbar, ist für viele der Hauptsparanreiz“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen, Christian König, dieses Ergebnis. „Für andere zählt die bessere Verzinsung oder wie beim Bausparvertrag das Zusatzplus.“

Jungakademiker erhalten Wissenschaftspreis

Jungakademiker erhalten Wissenschaftspreis

PM 1-2024_Preisverleihung (PDF, 542,3 kB)

Alle zwei Jahre verleiht der Verband der Privaten Bausparkassen seinen Wissenschaftspreis. Er ist nach seinem Gründer Werner Lehmann benannt und würdigt seit über 40 Jahren die Arbeiten von jungen Akademikerinnen und Akademikern zum Thema „Bauen, Wohnen und Finanzieren“. Die Auszeichnung fand jetzt in Berlin statt. Ausgereicht wurden Preise in der Summe von 14.000 Euro.

  • Den ersten Preis erhielt Dr. Judith Fauth für ihre Dissertation „Ein handlungsorientiertes Entscheidungsmodell zur Feststellung der Genehmigungsfähigkeit von Bauvorhaben“ an der Bauhaus-Universität Weimar.
  • Der zweite Preis wurde vergeben an Antonia Cruel für ihre Masterarbeit „Zwischennutzung. Zwischen den Fronten – Potential der Zwischennutzung von bewohnbarem Büroleerstand in München“, eingereicht an der TU München.
  • Der dritte Preis wurde verliehen an Dr. Julia Braun für ihre Dissertation „Institutions, Contracts, and Regulation of Housing Financing“ an der Universität Hohenheim und ebenfalls mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde Dr. Alexander Daminger für seine Dissertation „On the Effects of Homeownership Subsidies on the Spatial Distribution of Population, Housing, and Housing Prices within German Cities and Regions” an der Universität Regensburg.

Der Jury gehörten an: Prof. Dr. Heinrich Bockholt, Institut für Finanzwirtschaft;
Prof. Dr. Tobias Just, Universität Regensburg; Prof. Dr. Karola Knauthe, Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin; Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen e.V.; Prof. Dr. Andreas Pfnür, Technische Universität Darmstadt.

Kurzfassungen der Arbeiten finden sich unter: www.bausparkassen.de/wissenschaftspreis

Dr. Werner Lehmann, † 1982, war Gründer des Verbandes der Privaten Bausparkassen nach dem Krieg, bis 1977 dessen Geschäftsführer und Vorstandsmitglied und hat sich durch zahlreiche Veröffentlichungen zum Bausparen über die Branche hinaus einen Namen gemacht.

v.l.n.r.: Hauptgeschäftsführer Christian König, Dr. Judith Fauth, Dr. Julia Braun, Antonia Cruel, Dr. Alexander Daminger und Dr. Juri Schudrowitz